Pressemitteilung | (BDI) Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
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Herbstumfrage im BDI-Mittelstandspanel: Mit Innovationen und Internationalisierung zum Erfolg / Mehrwertsteuererhöhung und AGG trüben Stimmung

(Berlin) - Der industrielle Mittelstand und seine Familienunternehmen haben sich mit hoher Innovationskraft erfolgreich auf den internationalen Wettbewerb eingestellt. Das ist ein Ergebnis der Herbstbefragung zum BDI-Mittelstandspanel 2006. „Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Bundesregierung ist jetzt in der Pflicht, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland zu verbessern“, forderte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI-Mittelstandsausschusses. „Dass diese besser sein können, zeigen die Beispiele Mehrwertsteuererhöhung und Bürokratiekostenbelastung. Gerade die kleineren Unternehmen könnten die Mehrbelastung durch die Mehrwertsteuererhöhung nicht an ihre Kunden weitergeben. Die Bürokratie behindert vor allem die Einstellung neuer Mitarbeiter und beeinträchtigt die Investitionstätigkeit“, so Kirchhoff weiter. „Große Verunsicherung bringt auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) mit sich“, warnte Kirchhoff. „Nahezu 60 Prozent der befragten Industrieunternehmen befürchten, dass Rechtsunsicherheit, Beratungsbedarf und Verwaltungsaufwand steigen werden. Dieses Gesetz schränkt die Flexibilität der Unternehmen erheblich ein und lässt die Bereitschaft zu Neueinstellungen sinken. Die Politik ist zwar „erleichtert“, eine (AGG-) Entscheidung getroffen zu haben, das darf aber nicht das letzte Wort bleiben.“

Innovation als Schlüssel zum Markterfolg
Wirtschaftspolitischer Rückenwind ist hier umso wichtiger, als der industrielle Mittelstand unverändert der entscheidende Impulsgeber für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland ist. Stefan Ortseifen, Sprecher des Vorstands der IKB Deutsche Industriebank, sieht insbesondere für forschungsintensive Unternehmen klare Wettbewerbsvorteile auf den internationalen Märkten: „Nicht zuletzt diese innovativen, mittelständischen Unternehmen haben Deutschland zum Exportweltmeister gemacht.“ Besonders positiv wertet Ortseifen die Tatsache, „dass sich die Markterfolge dieser Unternehmen nicht nur in den Bilanzen, sondern mehr und mehr auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen.“ Erfreulich ist zudem, dass die Investitionen der Unternehmen wieder stärker in den Kapazitätsaufbau in Deutschland gehen. „Zum Teil sind sogar Rückverlagerungen von Kapazitäten aus dem Ausland zu beobachten“, so Ortseifen.

Zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast 60 Prozent der befragten Betriebe haben Probleme bei der Stellenbesetzung. Insbesondere Fachkräfte sind Mangelware und werden wieder verstärkt gesucht. „Die Hauptprobleme bei der Stellenbesetzung sind mangelnde Qualifikation der Kandidaten, mangelnde Motivation, zu hohe Einkommenserwartungen und mangelnde Mobilität“, sagte Georg Graf Waldersee, Mitglied des Vorstandes von Ernst & Young. Vor diesem Hintergrund sei es erstaunlich, dass Instrumente zur Steigerung der Motivation der Arbeitnehmer aber nur eine untergeordnete Rolle spielten. „Die Unternehmen müssen die Instrumente der Mitarbeitermotivation auch konsequent nutzen. Nur so wird es möglich sein, qualifizierte Mitarbeiter zu halten und neue geeignete Mitarbeiter zu finden“, so Graf Waldersee weiter.

„Die Konjunktur der deutschen Industrie hat im Jahresverlauf 2006 erheblich an Stärke gewonnen“, stellte Prof. Dr. Frank Wallau, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn fest. „Dieser Befund schlägt sich auch in der Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftslage der befragten Industrieunternehmen nieder: Fast die Hälfte bezeichnet ihre gegenwärtige konjunkturelle Situation als gut oder sehr gut. Für das kommende Geschäftsjahr sind die Unternehmen verhalten zuversichtlich; die Mehrheit der Industrie erwartet gleich bleibend gute Verhältnisse.“

An der vierten Erhebungswelle der Online-Befragung haben sich in der Zeit vom 6. September bis 6. November 2006 1.031 Unternehmen beteiligt. Eine Executive Summary sowie der vollständige Berichtsband können unter www.bdi-panel.emnid.de abgerufen werden.

Quelle und Kontaktadresse:
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Thomas Hüne, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: (030) 20280, Telefax: (030) 20282566

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