Hersteller müssen Warenmengen für Verpackungsverordnung offen legen Mehr Transparenz bei haushaltsnaher Wertstoffsammlung / Verbraucher profitieren
(Berlin) - Am 4. April wird die 5. Novelle der Verpackungsverordnung rechtskräftig, bevor sie am 1. Januar 2009 offiziell in Kraft tritt. Der NABU begrüßt die Neuregelung als eindeutige Verbesserung und wichtigen Schritt für mehr Produktverantwortung und Transparenz. Die Möglichkeit zur Trittbrettfahrerei im Endverbraucherhandel wird nach einer neunmonatigen Übergangsfrist nicht mehr möglich sein: Diese sogenannte Selbstentsorgung wird ab Januar 2009 sinnvollerweise nur noch für Verpackungen, die im gewerblichen Bereich anfallen, möglich sein.
Zur Getrenntsammlung gibt es momentan keine Alternative. Der Verbraucher kann weiterhin seine leeren Flaschen, Tuben und Dosen umweltfreundlich entsorgen. Alle Hersteller, die solche Verpackungen in Verkehr bringen, müssen sich nun wieder an der Abfallverwertung beteiligen, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt wird es für die Hersteller jetzt ernst. Sie müssen dokumentieren, wie viele Verpackungen sie auf den Markt bzw. in den Warenverkehr bringen werden, so dass die zuständigen Landesbehörden im Mai kommenden Jahres erstmals die Verpackungs- und deren Entsorgungsströme komplett kontrollieren bzw. nachvollziehen können.
Hersteller und Händler hatten zunehmend auf die so genannte Selbstentsorgung ihrer Verpackungen gesetzt. Sie wollten die tatsächlichen Kosten für das Recycling dieser Verpackungen nur dann tragen, wenn der Verbraucher leere Flaschen, Tuben und Dosen selbst zurück in die Läden bringt. Die leeren Verpackungen landeten aufgrund fehlender Informationen und Verbraucherfreundlichkeit jedoch in der Gelben Tonne oder im Restmüll. Diese Mängel hatte der NABU im März 2006 in einer bundesweiten Testaktion u.a. bei den Drogerieketten Rossmann, Schlecker und dm aufgezeigt und öffentlich gemacht.
Ab 2009 müssen Verbraucher nicht unbedingt mehr ein Zeichen, das zeigt, dass die Entsorgung über den Gelben Sack erfolgt, auf der Verpackung finden. Denn jede Verpackung, die zum Endverbraucher kommt, muss dann lizenziert sein. Für die Verbraucher ändert sich nichts. Durch die getrennte Sammlung vor der Haustür leisten sie weiterhin den wichtigsten Beitrag zur Verwertung von über 12 Mio. t Verpackungsabfällen im Jahr. Wenn Industrie und Handel ihre Produktverantwortung Ernst nehmen, dürften die Kosten pro Verpackung bei den dualen Systemen sogar sinken, was sich dann auch im Geldbeutel des Verbrauchers bemerkbar machen würde, betonte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt.
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
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Telefon: (030) 284 984 - 0, Telefax: (030) 284 984 - 20 00
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