Hexel: Banken und Unternehmen besser beaufsichtigen / Aufsichtsräte verkleinern ist Unsinn
(Berlin) - Die Wirtschaftskrise hat nach Ansicht des DGB gezeigt, dass Banken wie Unternehmen von Aufsichtsräten effektiver beaufsichtigt und kontrolliert werden müssen. Der DGB fordert die neue Koalition auf, Aufsichtsräte zu stärken, Mandate zu begrenzen und das Gemeinwohl im Aktienrecht zu verankern. Insbesondere aktive Unternehmensvorstände sollten nicht in mehr als zwei Aufsichtsräten sitzen. Der Governance Kodex geht maximal von drei Mandaten aus. Der DGB will auch mehr Frauen und ausländische Vertreter in den Aufsichtsräten sehen. Gleichzeitig lehnt er eine Verkleinerung der Aufsichtsräte als kontraproduktiv ab. 70 Prozent aller Aufsichtsräte haben zwölf Mitglieder.
"Unternehmenskenntnis und Professionalität in Aufsichtsräten ist gefragt. Manche Anteilseigner lesen die Unterlagen erst in der Sitzung. Andere sitzen in so vielen Aufsichtsräten, dass man sich wundern muss, wie sie das verantworten können. Wenn Anteilseigner fünf, neun oder mehr Aufsichtsratsmandate haben, ist eine gute Unternehmensführung und -kontrolle nicht möglich," sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel am Dienstag (13. Oktober 2009) in Hannover.
Die gesetzlich festgelegte Höchstzahl von Aufsichtsratsmandaten sei weiter zu begrenzen. Dies helfe auch gegen Filz. "Selbstverständlich müssen Anteilseigner und Arbeitnehmer gleichberechtigt in den Aufsichtsräten vertreten sein," so Hexel. "Die Forderung nach Verkleinerung, Spezialistentum und Berufsaufsichtsräten ist dagegen gefährlich sinnlos. So genannte Spezialisten haben uns die größte Wirtschaftskrise nach 1929 beschert."
Kompetenz und Zeit für die Aufsichtsratsarbeit seien gefragt, nicht Verkleinerung, so das DGB-Vorstandsmitglied: "Effektivität und Effizienz ist nie von der Größe eines Gremiums abhängig. Entscheidend ist die Kompetenz der Mitglieder sowie eine gute Leitung und Organisation des Gremiums. Sonst wäre die Bundesregierung mit 16 Mitgliedern, die BDA mit 49 Präsidiums- und der BDI mit 27 Vorstands- und 17 Präsidiumsmitgliedern eindeutig zu groß und wirkungslos."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Sigrid Wolff, Leiterin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

