HIS-Praktikanten-Studie kein Grund zur Entwarnung
(Berlin) - Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, sieht auch nach der frisch veröffentlichten Studie des Hochschul-Informations-Systems über die Situation von Hochschulabsolventen keinen Grund zur Entwarnung.
Wir haben lange darauf gedrängt, dass Praktika in der Absolventenforschung berücksichtigt werden. Doch diese Ergebnisse sind wenig aussagekräftig", sagte Ingrid Sehrbrock heute (12. April 2007) in Berlin. Der Befragungszeitpunkt von einem halben bis maximal anderthalb Jahren nach Studienabschluss ist zu kurz, um Angaben über den Berufseinsteig bzw. Praktika nach dem Studium machen zu können. Wenn man ein ehrliches Bild der Situation haben möchte, müssen mindestens die ersten drei Jahre nach Studienabschluss untersucht werden. Neben Praktika sind auch andere prekäre Jobverhältnisse wie Befristungen, ungewollte Teilzeitarbeit, Werkverträge, Scheinselbstständigkeit und Unterbezahlung zu berücksichtigen."
Gespräche mit Betroffenen, die Ergebnisse einer Studie des DGB gemeinsam mit der FU Berlin und auch die Rekordbeteiligung an der DGB-Online-Petition zum Praktikum (über 60 000 Stimmen) zeigen, dass viele junge Menschen im Praktikum als billige Arbeitskräfte missbraucht werden und in vielen anderen Formen prekärer Beschäftigung landen.
Das Schlagwort Generation prekär sei deshalb richtig, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Es beschreibe die Unsicherheit junger Menschen, die Wege in den Beruf suchen und mit Jobs vorlieb nehmen müssen, die nicht existenzsichernd sind. Dies seien leider nicht nur Einzelfälle. Ingrid Sehrbrock: Wir bleiben dabei: Berufseinsteiger brauchen besseren Schutz.
Um für Praktikanten bessere Bedingungen zu schaffen, fordert der DGB gesetzliche Regelungen von der Bundesregierung. Es muss klar definiert werden, was als Praktikum gilt, die Mindestvergütung soll 300 Euro pro Monat betragen und die Dauer von Praktika drei Monate nicht übersteigen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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