Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall Vorstand

Huber fordert mehr Einfluss für Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten

(Frankfurt am Main) - Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hat mehr Einfluss der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen gefordert. "Wir wollen keine halben Sachen", sagte Huber auf einer Mitbestimmungskonferenz der IG Metall und Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Frankfurt. "Die Mitbestimmung ist ein notwendiges Korrektiv gegenüber oft völlig übersteigerten Renditeerwartungen." Sie diene dazu, gute Unternehmensstrategien zu entwickeln, die die Grundlage für Innovations- und Investitionskonzepte bildeten, sagte Huber. Nur so habe man in einer zunehmend wissensbasierten Ökonomie die Chance, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.

Um den steigenden Anforderungen an eine gute Aufsichtsratspraxis zu begegnen, hat die IG Metall eine Mitbestimmungsakademie für eine regelmäßige Weiterbildung gegründet, erklärte Huber. Um fehlerhafte Unternehmensentwicklungen besser abzuwehren, forderte Huber die Abschaffung des doppelten Stimmrechts des Vorsitzenden in inneren Angelegenheiten des Aufsichtsrates. Huber forderte außerdem einen verbindlichen Mindestkatalog zustimmungspflichtiger Geschäfte und plädierte für größtmögliche Transparenz bei den Ver-gütungen von Vorständen, Geschäftsführern und Aufsichtsräten.

Im Sinne einer Internationalisierung der Aufsichtsgremien forderte er für betriebliche Vertreter aus anderen Ländern das aktive und passive Wahlrecht für Aufsichtsräte. "Die Europäisierung darf aber kein Vorwand sein, unliebsame Mitbestimmungsformen durch die Hintertür zu liquidieren", sagte Huber. Die Rede von der angeblichen Alleinstellung der deutschen Mitbestimmung bezeichnete Huber als falsch. Er verwies auf eine Studie des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, der zufolge sich vor allem die neuen Betrittsländer der EU stark am deutschen Mitbestimmungsmodell orientierten. Es sei auch unrichtig, dass die Mitbestimmung ein Investitionshemmnis für ausländische Investoren hierzulande darstelle. Rund 30 Prozent der mitbestimmten Unternehmen in Deutschland gehörten direkt oder indirekt ausländischen Konzernen.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM) Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt Telefon: 069/6693-0, Telefax: 069/6693-2843

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