Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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Huber: Gestaltung des demografischen Wandels jetzt anpacken

(Frankfurt am Main) - Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hat ein lösungsorientiertes Gesamtkonzept zur Gestaltung des demografischen Wandels gefordert. Hierzu könne die IG Metall über die Instrumente Tarifpolitik und Mitbestimmung einen Beitrag leisten. „Wir marschieren in eine gewaltige Krise, wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, sagte Huber am 12. November in Frankfurt. Viele Unternehmen hätten noch nicht erkannt, dass höhere Lebensarbeitszeiten und ein steigender Anteil älterer Beschäftigter im Betrieb eine vorausschauende Personalplanung und Personalentwicklung erforderlich machten, erklärte Huber auf der gemeinsamen Tagung von IG Metall und Hans-Böckler-Stiftung zum Thema „Führungsdialog - Die Konsequenzen des demografischen Wandels vorausschauend gestalten“.

Umfragen hätten ergeben, dass sich nur 31 Prozent der Unternehmen vom Thema „alternde Belegschaften“ betroffen fühlten. Nur bei 13 Prozent gebe es spezielle Weiterbildungsangebote für diese Altersgruppe, beklagte Huber. In der Metall- und Elektrobranche böten 55 Prozent der Betriebe in West- und 62 Prozent in Ostdeutschland keine besonderen Maßnahmen für Beschäftigte über 50 Jahre an. Die IG Metall habe sich daher entschieden, die Themen Qualifizierung, Weiterbildung und Innovation tarifpolitisch anzupacken. „Deutschland mit einer ausgeprägten wissensbasierten Ökonomie muss auf qualifizierte Arbeitsplätze setzen“, sagte Huber. Deshalb müsse auch die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung, die von 30 Prozent im Jahr 1997 auf 26 Prozent in 2003 gefallen ist, wieder gesteigert werden.

Eine jüngst veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Umsetzung von Qualifizierungs-Tarifverträgen der IG Metall zeige, dass über die Tarifpolitik viel bewegt werden könne, sagte Huber. Er verwies auf Ergebnisse für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsbranche und für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. Dort wo es tarifvertragliche Regelungen gebe, habe das betriebliche Angebot an beruflicher Weiterbildung deutlich zugenommen, betonte er.

Huber kritisierte die künftigen Koalitionspartner für die schrittweise Heraufsetzung des Rentenalters auf 67 Jahre. „An dieser Idee war mit Sicherheit niemand beteiligt, der in seinem Leben jemals im Minutentakt Autos montiert hat“, sagte Huber. Die Verkürzung von Taktzeiten und belastungsintensive Tätigkeiten seien heute betrieblicher Alltag. Aus diesem Grund könnten sich Umfragen zufolge 49 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen nicht vorstellen, ihre Tätigkeit bis zur gesetzlichen Altersgrenze auszuüben. Eine Nachfolgeregelung für das Altersteilzeitgesetz über 2009 hinaus sei deshalb unabdingbar, betonte Huber.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Pressestelle Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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