Pressemitteilung | ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
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ifo Institut: Demographischer Wandel erfordert Festhalten an Rentenreformen und konsequenter Haushaltskonsolidierung

(München) - In den nächsten drei bis vier Jahrzehnten tritt Deutschland in eine akute Phase des demographischen Wandels. Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit genießen ihre Rente, während gleichzeitig die Zahl der Personen im Erwerbsalter deutlich zurückgeht. "Die Politik muss die damit verbundenen Risiken für die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen ins Auge fassen und bei Entscheidungen über die Grundlinien der mittelfristigen Finanzplanung beachten", erklären die ifo-Wissenschaftler Martin Werding und Herbert Hofmann. Werding und Hofmann lieferten Berechnungen für den Zweiten Tragfähigkeitsbericht des Bundesministeriums der Finanzen. Im Vergleich zum Vorgängerbericht hat sich die Situation verbessert. Ausschlaggebend dafür sind aus Sicht von Werding und Hofmann insbesondere die fortgesetzten Reformen des gesetzlichen Rentensystems und die Anstrengungen für eine konsequente Haushaltskonsolidierung seit 2004. Beeinflusst werden die neuen Ergebnisse auch von der günstigen Arbeitsmarktentwicklung.

Die "Tragfähigkeitslücke" der deutschen Finanzpolitik liegt aus heutiger Sicht zwischen 0,0 und 2,4 Prozent des BIP, je nachdem, ob für die zukünftige demographische und wirtschaftliche Entwicklung eher optimistische oder eher pessimistische Annahmen getroffen werden. In diesem Maße müssten ab sofort und auf Dauer die staatlichen Ausgaben gesenkt oder aber die Einnahmen weiter erhöht werden, um die Folgen des demographischen Wandels zu bewältigen.

Trotz der günstigeren Entwicklung sehen Werding und Hofmann weiteren Handlungsbedarf und fordern das Festhalten am Kurs der Rentenreformen von 2004 und 2007. Auch sollten die konsequente Haushaltskonsolidierung fortgesetzt und Rahmenbedingungen für eine weiterhin günstige Arbeitsmarktentwicklung, auch vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung, geschaffen werden. "Angesichts des absehbaren Anstiegs der Sozialabgaben ist auch die zukünftige Struktur der öffentlichen Einnahmen, etwa im Sinne einer stärkeren Steuerfinanzierung nicht-beitragsbezogener Sozialversicherungsleistungen, zu prüfen," erklären Werding und Hofmann weiter.

Die Studie ist als ifo Beiträge zur Wirtschaftsforschung 30 „Projektionen zur langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen“ erschienen.

Weitere Informationen:
http://www.cesifo-group.de/link/_publbeitr/beitraege30-abstract.htm

Quelle und Kontaktadresse:
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., an der Universität München Annette Marquardt, Pressesprecher Poschingerstr. 5, 81679 München Telefon: (089) 92240, Telefax: (089) 985369

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