Pressemitteilung | ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
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ifo Institut erwartet weiteren starken Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen / Kapazitätsauslastung in der deutschen Industrie stark zurückgegangen / Fehlende Aufträge und hohe Stornoquote belasten Industrie / ifo Umfrage in der Leasingwirtschaft zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung

(München) - Der vom ifo Institut gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) ermittelte Investitionsindikator lässt für das laufende Jahr einen weiteren starken Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitionen erwarten. Die Ausrüstungsinvestitionen gelten als so genannter "Cycle Maker" für die Gesamtwirtschaft. Demnach droht bei den Ausrüstungsinvestitionen ein Minus in der Größenordnung von 20 Prozent. Dieser Wert liegt sogar noch tiefer als die Frühjahrsprognose der Wirtschaftsforschungsinstitute (nominal - 17,7 Prozent) und entspricht einem Rückfall auf das Investitionsniveau des Jahres 2004. Auch für das erste Halbjahr 2010 zeigt der Indikator rückläufige Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge an. Die Ausgaben für diese Güter dürften nochmals zwischen 7 und 8 Prozent unter den Vorjahreswerten liegen. Im ersten Quartal 2009 waren die Ausrüstungsinvestitionen um nominal fast 20 Prozent (-19,6 Prozent) regelrecht abgestürzt.

Eine wesentliche Ursache für die wegbrechende Nachfrage nach Investitionsgütern ist die mangelnde Auslastung der deutschen Industrie. Binnen Jahresfrist ist die Kapazitätsauslastung der Industrieunternehmen um 16 Prozentpunkte auf 71,5 Prozent im April 2009 zurückgegangen. Damit liegt der Auslastungsgrad deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (1992 bis 2008: 83,6 Prozent). Jedes zweite befragte Unternehmen bewertete im April die eigenen Kapazitäten als zu groß. In der Folge hielten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück. Das betraf nicht nur neue Bestellungen, es wurden auch in ungewöhnlichem Maße bereits erteilte Aufträge annulliert. Die Stornoquote vervierfachte sich in einigen Industriezweigen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt.

Das ifo Geschäftsklima in der Leasingbranche hat sich hingegen nach einer dramatischen Verschlechterung im Schlussquartal 2008 etwas erholt. War das Auftaktquartal 2009 noch von einer gewissen Bodenbildung geprägt, kletterte das Geschäftsklima im zweiten Quartal dreimal in Folge. Dieser Anstieg wird allerdings ausschließlich von den verbesserten Geschäftsaussichten getragen, die Urteile zur aktuellen Geschäftslage haben dagegen noch keinen Halt nach unten gefunden. So bewertete gut jeder zweite Testteilnehmer aus der Leasingbranche seine aktuelle Geschäftsituation als schlecht (52 Prozent), 36 Prozent noch als befriedigend, und nur 12 Prozent der Befragten empfanden sie als gut. Die Geschäftsaussichten erreichten im November ihren historisch tiefsten Stand. Seither nahmen die kritischen Stimmen zügig ab, und seit April überwiegen wieder die positiven Meldungen. Ein rasches Ende der Flaute im Leasingsektor ist damit zwar nicht zu erwarten. Die Befragungsergebnisse deuten aber zumindest auf eine Stabilisierung im Leasinggeschäft hin. Eine Trendwende bei dem "Cycle Maker" Ausrüstungsinvestitionen ist daraus jedoch nicht abzuleiten.

Quelle und Kontaktadresse:
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., an der Universität München Annette Marquardt, Pressesprecher Poschingerstr. 5, 81679 München Telefon: (089) 92240, Telefax: (089) 985369

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