ifo Institut: Kein Spielraum für starke Lohnerhöhungen
(München) - Deutschland hat unter den großen Industrieländern noch immer bei weitem die höchsten Stundenlohnkosten für Industriearbeiter. Nur kleinere Länder wie Dänemark, Norwegen, Belgien oder Luxemburg sind ähnlich teuer, aber deren gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität ist höher.
Der Grund für die deutsche Extremposition liegt bei den hohen Bruttolöhnen, und nicht etwa bei den von den Interessengruppen immer wieder hervorgehobenen Lohnnebenkosten. Die anteiligen Lohnnebenkosten sind in Deutschland deutlich niedriger als im EU-Durchschnitt. Dieser liegt für die alten EU-Länder bei 37,5 Prozent und für alle EU-Länder bei 37,3 Prozent. Mit einem Wert von 32,4 Prozent liegt Deutschland deutlich darunter.
Die hohen Lohnkosten in Deutschland werden auch nicht durch die angeblich überlegene Produktivität der deutschen Wirtschaft erklärt. Deutschland hat im internationalen Vergleich die höchsten Lohnkosten für Industriearbeiter in Relation zur Höhe seiner gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt je Person im erwerbsfähigen Alter).
"Die guten Konjunkturnachrichten verdrängen die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industriearbeiter", äußert ifo Präsident Hans-Werner Sinn und ergänzt: "Pauschale Lohnforderungen von 6,5 Prozent sind jenseits der Realität." Nach den Berechnungen des ifo Instituts schrumpft die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands noch immer. In den vergangenen zehn Jahren hat Deutschland - bereinigt um die unterschiedliche Anzahl an Arbeitstagen - 1,21 Millionen vollzeitäquivalente Stellen bzw. 14,2 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe verloren. Sogar im Jahr 2006, als die deutsche Wirtschaft und mit ihr speziell auch das verarbeitende Gewerbe boomte, sank die Beschäftigung in diesem für Deutschland so wichtigen Sektor. Der längerfristige Trend, der Deutschland seit dem Fall des Eisernen Vorhangs zum Weltmeister bei der prozentualen Schrumpfung der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe gemacht hat, setzte sich trotz des Konjunkturaufschwungs fort.
Quelle und Kontaktadresse:
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
Annette Marquardt, Pressesprecher
Poschingerstr. 5, 81679 München
Telefon: (089) 92240, Telefax: (089) 985369
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