IG-BCE-Industriegruppe gegen Auslaufbergbau / Deutschland braucht Kohle für Energiezukunft
(Hannover) - Ohne eine sichere Energieversorgung kann eine moderne Industrienation nicht überleben. Die IG BCE hält es deshalb für falsch, die heimische Steinkohleförderung aufzugeben und betrachtet einen Ausstieg aus der Kohle als ein unvertretbares Risiko. Deutschland braucht langfristig die Fähigkeit zur Förderung von Steinkohle und den Zugang zu den Lagerstätten. Das ist nur mit einem lebenden Steinkohlenbergbau möglich.
Diese Eckpunkte hat der Industriegruppenausschuss Steinkohle der IG BCE bei einer Sitzung in Bochum bekräftigt. Kurz vor dem Kohle-Spitzengespräch am Donnerstag in Berlin warnten die Fachleute aus allen deutschen Steinkohlebetrieben vor einer steigenden Abhängigkeit von Energieimporten. Deutschland importiert bereits 62 Prozent seiner Energie. Zugleich wächst weltweit die Nachfrage nach Energie, besonders wegen der boomenden Volkswirtschaften in China, Indien und Brasilien.
Die gestiegenen Ölpreise, die nach Ansicht von Experten dauerhaft hoch bleiben werden, sorgen zusätzlich für wachsende Nachfrage nach Kohle. Aus einer Prognose, die das Energiewirtschaftliche Institut der Uni Köln und Prognos Basel im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erarbeitet haben, ergibt sich, dass Deutschland im Jahr 2030 rund 90 Millionen Tonnen Steinkohle verbrauchen wird. Das sind fast 30 Millionen Tonnen mehr als heute. Besonders bei der Stromversorgung erwartet die Prognose einen Anstieg des Steinkohleanteils von 22 auf 31 Prozent. Damit wird Steinkohle zum wichtigsten Primärenergieträger in der Stromerzeugung.
Der Industriegruppenausschuss wies auch darauf hin, dass nur ein kleiner Anteil der Kohleförderung überhaupt in den Export gelangt. Der überwiegende Teil wird in den Erzeugerländern selbst verbraucht. Und das mit steigender Tendenz. Es ist also mit zunehmenden Verteilungskämpfen auf den Weltmärkten zu rechnen. Welche Ausmaße das annehmen kann, hat die Preisexplosion bei den Koks- und Kokskohlepreisen vor einigen Monaten deutlich gezeigt. Eine Politik, die den deutschen Kohlebedarf nur über Importe decken will, ist deshalb hoch riskant. Denn niemand kann ausschließen, dass der Weltmarkt für Kohle knapp wird und sich die Preise dann ebenso turbulent entwickeln.
Mit einem Auslaufen des Bergbaus würde nicht nur die Förderung, sondern auch sein Knowhow verloren gehen, warnt der Industriegruppenausschuss. Wenn überhaupt, könnte die Kohleförderung allenfalls unter enormen Kosten und nach jahrelangen Vorarbeiten wieder aufgenommen werden. Einer Energiekrise ließe sich so jedenfalls nicht angemessen begegnen. Deshalb setzt sich die IG BCE für einen langfristigen Erhalt des deutschen Steinkohlenbergbaus ein.
Quelle und Kontaktadresse:
IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Bundesvorstand
Pressestelle
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