IG Metall: Arbeitgebervorschläge zu neuem Büroberuf sind rückschrittlich und diskriminierend
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat die Vorschläge der Arbeitgeber zur Reform der Büroberufe als rückschrittlich und diskriminierend kritisiert. Eine zweijährige Ausbildung zur Servicefachkraft für Bürowirtschaft geht nicht nur an den heutigen Anforderungen in der kaufmännischen Verwaltung vorbei, sondern verbaut vorrangig Frauen die Möglichkeit zu einer qualifizierten Berufsausbildung, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner am Sonntag (26. November 2006) in Frankfurt. Eine solche Benachteiligung von Frauen wird die IG Metall nicht hinnehmen. Nach den Vorstellungen des Kuratoriums der Wirtschaft für Berufsbildung soll die Servicekraft für Bürowirtschaft nur noch Organisations- und Schreibarbeiten in Büros umfassen. Die Anforderungen in der kaufmännischen Verwaltung werden hingegen komplexer, eigenverantwortliches Arbeiten und ein Verständnis der Zusammenhänge im Geschäfts- und Arbeitsprozess sind unverzichtbar, sagte Görner.
Nach Angaben der IG Metall liegt der Anteil der Frauen an den über vier Millionen Bürobeschäftigten in Industrie und Handel bei rund 72 Prozent. Ein Großteil der Frauen in Büroberufen hat eine Ausbildung in einem qualifizierten dreijährigen Büroberuf abgeschlossen. Von den knapp 100.000 jungen Menschen, die derzeit die Berufe Kaufleute für Bürokommunikation und Bürokaufleute erlernen, sind rund 75 Prozent Frauen. Hingegen hat sich in den vergangenen sechs Jahren der Anteil der Bürohilfs- und Schreibkräfte um bis zu 24 Prozent verringert, auf nur noch rund 450.000 Beschäftigte. Auch die Arbeitslosenquoten zeigen nach Ansicht der IG Metall, dass einfache Tätigkeiten in Büros immer weniger gefragt sind. Bei den Bürohilfskräften beträgt die Arbeitslosenquote 49,2 Prozent, bei Fachkräften dagegen 8,2 Prozent.
Die IG Metall und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben bereits im Jahr 2004 gemeinsam mit Experten aus Betrieben einen Vorschlag für ein zukünftiges Berufsbild Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement entwickelt und die Arbeitgeber zu Gesprächen aufgefordert. Die Antwort der Arbeitgeber auf unsere Vorschläge ist empörend. Die Arbeitgeber benötigten zwei Jahre, um am Ende eine Rolle rückwärts zu den Berufen von vor 1991 zu vollziehen, kritisierte Görner. Der Vorschlag der Arbeitgeber sei zudem nicht mit dem in diesem Jahr verabschiedeten allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vereinbar.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
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