IG Metall besteht auf Einhaltung der Vereinbarungen bei ThyssenKrupp / "Beschäftigte dürfen nicht auf der Strecke bleiben"
(Duisburg) - Die IG Metall hat die Konzernführung der ThyssenKrupp AG aufgefordert, die mit den Arbeitnehmervertretern getroffenen Vereinbarungen einzuhalten. "Beim geplanten Konzernumbau dürfen die Beschäftigten nicht auf der Strecke bleiben, die Konzernspitze muss zu ihrem Wort stehen und darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eichler auf einer Demonstration vor rund 14 000 ThyssenKrupp-Beschäftigten am Montag (6. April 2009) in Duisburg. Eichler, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp AG ist, kritisierte den Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz wegen seiner Ende März getroffenen Aussage, wonach betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen seien. Eichler verwies auf die zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Geschäftsleitung vereinbarten Eckpunkte zur Beschäftigungs-, Einkommens-, und Mitbestimmungssicherung.
Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, bekräftigte die Forderung der Beschäftigten nach einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, der Sicherung von Beschäftigung, Einkommen und Standorte, sowie nach der Entwicklung tragfähiger industrieller Konzepte. "Die Beschäftigten erwarten, dass gerade ein Unternehmen wie ThyssenKrupp im Rahmen der Mitbestimmung und unter Nutzung aller arbeitsmarktpolitischen Instrumente andere Antworten auf die Umsatzrückgänge entwickelt, als ein reines Sparprogramm auf Kosten von Arbeitsplätzen." Der Konzernspitze müsse klar sein, dass die Geduld der Beschäftigten von ThyssenKrupp zu Ende ginge. "Wir sind kreativ, wir können gern die Villa Hügel in Essen besuchen, zahlen aber keinen Eintritt", sagte Wetzel. Das Angebot der IG Metall und der Belegschaften stehe, gemeinsam die Krise zu meistern, den Konzern umzubauen und in eine gute Zukunft zu führen. "Nun muss die Konzernspitze entscheiden, welchen Weg sie geht", sagte Wetzel. "Gegen die Beschäftigten ist noch nie ein Konzern erfolgreich restrukturiert worden, und deshalb sagen wir: Steuern Sie schleunigst um."
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
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