IG Metall fordert Bundestagsabgeordnete zum Handeln gegen "modernen Sklavenhandel" in der Leiharbeitsbranche auf
(Frankfurt am Main) - In einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten hat die IG Metall das nach ihrer Ansicht skandalöse Verhalten in der Leiharbeitsbranche angeprangert und die Politik zum Handeln aufgefordert. "Als eine Form von modernem Sklavenhandel" bezeichnete die IG Metall die Geschäftspolitik der Leiharbeitsfirma S & F aus Olpe. Der Personaldienstleister hatte in einem Prospekt mit dem Slogan "Alle müssen raus" und "15 Prozent Rabatt auf alle Hilfs- und Fachkräfte" Unternehmen in Aussicht gestellt, Arbeitskräfte günstiger ausleihen zu können. Wie bei Rabattaktionen etwa für Gebrauchtwagen oder Möbelstücke zierte den Slogan auf dem Prospekt ein Sternchen, das auf das Kleingedruckte am Fuß der Seite hingewiesen hatte: Das Angebot gilt nur vom 27. April bis 30. Juni 2009.
Die Deregulierung der Leiharbeit habe diese Entwicklung möglich gemacht, kritisieren der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, und der Zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel, als Unterzeichner des Briefes. Sie fordern die Bundestagsabgeordneten auf, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die derartige Geschäftspraktiken wirkungsvoll verhindern und in der Leiharbeit menschenwürdige Arbeit möglich machen. "Regulieren Sie Leiharbeit wirkungsvoll, damit der Gleichstellungsgrundsatz tatsächlich gilt und davon nur in einer kurzen Einarbeitungszeit abgewichen werden kann. Nehmen Sie Leiharbeit in das Arbeitnehmerentsendegesetz auf, um Lohndumping wirksam zu bekämpfen. Führen Sie das Synchronisationsverbot wieder ein, damit der Leiharbeitsvertrag nicht auf die Dauer des ersten Einsatzes in einem Entleihbetrieb begrenzt werden kann", fordert die IG Metall von den Bundestagsabgeordneten.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
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