IG Metall fordert für die Textil- und Bekleidungsindustrie verhandlungsfähiges Angebot
(Köln) - Die IG Metall hat die Arbeitgeber der Textil- und Bekleidungsindustrie aufgefordert, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde am 05. April in Köln wies IG Metall-Verhandlungsführer Peter Donath die Forderung der Arbeitgeber nach einer Nullrunde zurück. Zudem hatten die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung die tariflichen Jahressonderzahlungen zur Disposition gestellt und gefordert, unbezahlte Mehrarbeit betrieblich einführen zu können. Wir werden keinen Tarifvertrag unterschreiben, der die Beschäftigten zu Bittstellern für das Weihnachtsgeld macht, sagte Donath. Die Beschäftigten haben Anspruch auf kalkulierbare Arbeitsbedingungen. In einer Branche, die nicht zuletzt wegen der hohen Produktivitätssteigerungen Arbeitsplätze abbaue, sei eine unbezahlte Arbeitszeitverlängerung ein fataler Irrweg und kein verhandelbarer Vorschlag.
Gleichzeitig unterstrich Donath, dass die Produktivität und damit die Leistung der Beschäftigten in der Branche kontinuierlich gestiegen sei. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz liege mit 13,8 Prozent in der Bekleidungsindustrie und mit 19,2 Prozent in der Textilindustrie auf einem historischen Tiefstand. Dem gegenüber habe die Einkommensentwicklung nicht einmal mit der Preissteigerung Schritt halten können. Zu der von der Arbeitgeberseite geforderten weiteren Flexibilisierung wies Donath darauf hin, dass es gerade in der Textil- und Bekleidungsindustrie seit Jahren breite Gestaltungsräume für die Betriebe gebe. Wir haben die variabelsten Arbeitszeitmodelle und tarifliche Arbeitszeitkonten. Diese Flexibilisierung habe die Unternehmen deutlich entlastet. Nun versprechen die Arbeitgeber den Beschäftigten im Falle eines Lohnverzichts 100 Prozent Zukunft. Angesichts dessen, dass im vergangenen Jahr trotz Entgelterhöhungen unterhalb der Inflationsrate 10 000 Arbeitsplätze abgebaut wurden, sind das nur 100 Prozent leere Versprechen, sagte Donath.
Die IG Metall fordert für die rund 130 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent sowie für die Auszubildenden eine Erhöhung der Vergütungen von 40 Euro pro Monat verbunden mit einer Übernahmegarantie für mindestens 12 Monate.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
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