Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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IG Metall startet bundesweite Kampagne gegen die Ungleichbehandlung von Leiharbeitnehmern: „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“

(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat unter dem Motto „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ eine bundesweite Kampagne gegen die Ungleichbehandlung von Leiharbeitnehmern gestartet. „Die IG Metall nimmt es nicht hin, dass Stammbelegschaften und Leiharbeitnehmer gegeneinander ausgespielt werden und dass es in den Betrieben Beschäftigte erster und zweiter Klasse gibt“, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, bei der Vorstellung der Kampagne am Mittwoch, 9. April, in Frankfurt. „Leiharbeit dient längst nicht mehr dazu, Auftragsspitzen aufzufangen, sondern um Stammarbeitsplätze zu ersetzen.“ Sie sei zu einem festen Bestandteil der Personalpolitik der Unternehmen geworden. Wetzel forderte ein „Ende des Missbrauchs“ und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Leiharbeitnehmern mit dem Ziel der gleichen Bezahlung von Stammbelegschaften und Leiharbeitnehmern. „Grenzenloser Einsatz von Leiharbeit, Verdrängung von regulärer Beschäftigung, Lohndumping – all das ist ab sofort mit uns nicht mehr zu machen“, sagte Wetzel. „Wir packen die Leiharbeit aktiv, konsequent und dauerhaft in den Einsatzbetrieben an und gehen offensiv in den Konflikt mit den Arbeitgebern.“ Ziel der IG Metall sei es, 200 „Equal-Pay-Vereinbarungen“ mit Entleih-Firmen abzuschließen, also Vereinbarungen, die die gleiche Bezahlung von Stamm- und Leiharbeitsbeschäftigten vorsehen. Wetzel richtete einen Appell an Leiharbeitnehmer, sich in der IG Metall zu organisieren. In diesem Jahr wolle die IG Metall 10.000 Leiharbeitnehmer als Mitglieder gewinnen.

Das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied, Helga Schwitzer, kritisierte, dass durch Leiharbeit langfristig ein Niedriglohnbereich etabliert werde, der tarifliche Standards unter Druck bringe. Sie forderte eine angemessene Beteiligung aller Beschäftigten am wirtschaftlichen Aufschwung. „Allen Beschäftigten steht ein Anteil an der guten wirtschaftlichen Lage zu, auch den Leiharbeitnehmern“, sagte Schwitzer. Das will die IG Metall durch die Einführung eines „verbindlichen Sicherheitsgerüsts“ erreichen. Dazu gehöre ein Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche als Schutz vor menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, Flächentarifverträge in der Zeitarbeitsbranche und Equal-Pay-Vereinbarungen in Entleihbetrieben. „Leiharbeitsbeschäftigte müssen gleiches Geld für gleiche Arbeit bekommen“, unterstrich Schwitzer.

Nach Angaben der IG Metall beträgt unter Berücksichtigung der Fluktuation beim Leiharbeitseinsatz die Zahl der Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie rund 260.000. Zum Stichtag 30. Juni 2007 waren 215.000 Leiharbeitnehmer eingesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 40.000 oder 25 Prozent. In der Gesamtwirtschaft nahm die Leiharbeit um 22 Prozent zu. Im Durchschnitt kommen in der Metallbranche auf 100 Beschäftigte sechs Leiharbeitnehmer. Von den Betrieben in der Metall- und Elektroindustrie, die Leiharbeit einsetzten, wies ein Drittel einen Leiharbeiteranteil von mehr als zehn Prozent auf.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall) Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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