Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall Vorstand

IG Metall startet Initiative „Offensive Bildung“

(Frankfurt am Main) - Die IG Metall will sich stärker als bisher in der Bildungspolitik engagieren und dazu die Initiative „Offensive Bildung“ starten. „In keinem anderen Industrieland hängen die Bildungschancen und damit Berufswahl und beruflicher Erfolg so entscheidend von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Damit werden die Zukunftschancen der Kinder vieler unserer Mitglieder aufs Spiel gesetzt. Dem will die IG Metall entgegensteuern“, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Wolf Jürgen Röder anlässlich einer bildungspolitischen Tagung der Gewerkschaft in Sprockhövel bei Wuppertal. Mit der Initiative „Offensive Bildung“ wolle die IG Metall die Chancengleichheit in der allgemeinen Schulpolitik, der Hochschulpolitik aber auch bei der Weiterbildung auf die Tagesordnung setzen, kündigte Röder an. „An Schulen zeigen sich die fatalen Folgen des zunehmenden Rückzugs des Staates aus seiner Verantwortung für die nachwachsenden Generationen besonders drastisch. Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Röder. Gemeinsam mit dem DGB würden derzeit regionale Arbeitskreise „Schule und Arbeitswelt“ eingerichtet. Ziel sei es, Schülerinnen und Schülern die betriebliche Arbeitswelt näher zu bringen und sich in schulpolitische Diskussionen vor Ort, beispielsweise über Unterrichtsversorgung, über den katastrophalen Zustand von Schulgebäuden oder über die kommunale Schulentwicklung einzumischen. Dies sei angesichts der massiven Präsenz wirtschaftsnaher Institutionen und Verbände an den Schulen dringend geboten.

Entschieden wandte sich Röder gegen die Einführung von Studiengebühren. „Studiengebühren sind sozial und bildungspolitisch unverantwortlich. Die finanzielle Belastung führt zu einem Rückgang der Studienanfänger und benachteiligt gerade Arbeitnehmerkinder“, sagte Röder. Schon in den vergangenen Jahren sei deren Anteil an den Studierenden rückläufig.

Mit ihrer eigenen Bildungsarbeit will die IG Metall dem abnehmenden Stellenwert der politischen Bildung in der Gesellschaft entgegensteuern. „Angesichts zunehmender Politikverdrossenheit und Entpolitisierung ist politische Bildung notwendiger denn je. Dabei geht es nicht nur um die materielle Ausstattung. Politische Bildung muss vielmehr Antworten auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt und soziale und ökologische Fragen geben und Raum für alternative Zukunftsentwürfe schaffen“, sagte Röder.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

(sk)

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