IG Metall startet Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat zu Beginn der Tarifverhandlungen für die rund 17 000 Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie eine Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent gefordert. Zudem will die IG Metall die Verlängerung des Ende 2007 auslaufenden Tarifvertrages zur Altersteilzeit durchsetzen. Unsere Forderung ist bezahlbar, volkswirtschaftlich sinnvoll und sozial gerechtfertigt, sagte der IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung am Dienstag in Chemnitz.
Nach Angaben der IG Metall hat die ostdeutsche Textilindustrie ihren Anteil am deutschen Textilmarkt seit 1995 von 6,5 Prozent bis heute auf 11,3 Prozent nahezu verdoppelt. Damit liegt die Entwicklung der Branche deutlich über der im verarbeitenden Gewerbe. Die Produktivität der Beschäftigten stieg ebenfalls in den letzten Jahren steil an. Zudem lagen die Lohnstückkosten im Jahr 2006 in der ostdeutschen Industrie verglichen mit dem Westen um rund zwölf Prozent niedriger. "Die Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie leisten hervorragende Arbeit, sind flexibel und hoch motiviert. Deshalb müssen sie ihren Anteil am gestiegenen Wachstum erhalten, sagte Jung.
Die Branche sei innovativ und leistungsfähig. Ihr Schwerpunkt liege bei hochwertigen technischen Textilien für die Automobilindustrie, Kliniken und Pflege, Bauwesen sowie Schutz- und Sicherheitstextilien. Die Textilindustrie zählt zu den erfolgreichsten Branchen in Ostdeutschland. Um diesen Standard zu halten, müssen die Unternehmen den Fachkräftebedarf der Zukunft sichern und die Attraktivität der Branche durch faire Entlohnung erhöhen, sagte Jung.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall)
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