Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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IG Metall stellt „Schwarzweißbuch-Leiharbeit“ vor / Kritik an Missständen bei Einsatz von Leiharbeitnehmern

(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat ihre Kritik an Missständen in der Leiharbeit erneuert und darauf verwiesen, dass sie bereits konkrete Verbesserungen für Leiharbeitnehmer erreicht hat. „Der Grundsatz, `Gleicher Lohn für gleiche Arbeit´ wird bei der Leiharbeit massiv verletzt. Damit wird das Menschenrecht auf gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit in Deutschland tagtäglich missachtet", kritisierte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, am Mittwoch (17. September 2008) in Frankfurt anlässlich der Vorstellung des „Schwarzweißbuchs“ zur Leiharbeit. Wetzel bezeichnete die im „Schwarzweißbuch“ dokumentierten Fälle von Missbrauch und der Verletzung der Menschenwürde von Leiharbeitnehmern als Skandal. „Wir klagen aber nicht nur an, wir handeln. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, Leiharbeit fair zu gestalten“, sagte Wetzel und verwies auf die im Buch dokumentierten Beispiele von Betrieben, in denen die Besserstellung von Leiharbeitskräften erreicht werden konnte. „Auf diesem Weg werden wir nicht locker lassen.“

Bisher habe die IG Metall im Rahmen ihrer Kampagne „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“ bereits 380 sogenannte „Besser-Vereinbarungen“ in Betrieben abgeschlossen. Die Gewerkschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr 200 dieser Vereinbarungen durchzusetzen. Diese sehen vor, dass Leiharbeiter besser als nach den Tarifverträgen für Leiharbeit bezahlt werden bis hin zu gleicher Bezahlung wie die Stammbeschäftigten. „Rund 100 weitere Vereinbarungen sind in Vorbereitung", ergänzte Wetzel. In den 380 Betrieben mit „Besser-Vereinbarungen“ sind etwa 27 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt,“ sagte Wetzel. Bis jetzt habe die IG Metall rund 9.000 neue Mitglieder unter den Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern gewonnen. Ziel für 2008 sind 10.000 neue Mitglieder.

Wetzel kündigte an, dass die IG Metall die Leiharbeiter aktiv in die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie einbeziehen wolle. „In Betrieben mit gleicher Bezahlung von Stamm- und Leihbeschäftigten lautet die Devise: Unsere Lohnerhöhung ist auch eure Lohnerhöhung. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang“, sagte Wetzel. Die IG Metall wolle die Mobilisierung auch nutzen, um die Grundlage für weitere „Besser-Vereinbarungen“ zu schaffen.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall) Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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