IG Metall und Büromöbelhersteller Wilkhahn unterzeichnen Vereinbarung über weltweite Mindestarbeitsbedingungen
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall, der internationale Bund der Bau- und Holzarbeiter und der Büromöbelhersteller Wilkhahn aus Bad Münder haben am Freitag in Frankfurt eine Internationale Rahmenvereinbarung (IRV) unterzeichnet. Darin verpflichtet sich das Unternehmen zur Einhaltung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten an seinen in- und vor allem ausländischen Standorten. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, wertete die Vereinbarung als gemeinsames Bekenntnis zur sozialen Verantwortung in einer globalisierten Wirtschaft. "In einer Zeit, in der die Schattenseiten des zügellosen Wettbewerbs unübersehbar sind, steht die Vereinbarung für ein gemeinsames Interesse an sozialen Werten in der Wirtschaft und die Notwendigkeit von Regulierung im Interesse der Beschäftigten. In einer globalisierten Wirtschaft müssen die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern überall respektiert werden. Die Vereinbarung ist ein Schritt in diese Richtung", sagte Huber. Er hob das zur Überwachung der Einhaltung des Abkommens vorgesehene Monitoringverfahren bei Wilkhahn hervor. "Diese Regelungen machen das ernsthafte Interesse des Unternehmens an der Umsetzung des Abkommens deutlich und sind vorbildlich", erklärte Huber.
Mit dem Abschluss von Internationalen Rahmenvereinbarungen verfolgen Gewerkschaften seit einigen Jahren das Ziel, Arbeitnehmerrechte mit transnationalen Regelungen zu sichern und Beschäftigte in multinationalen Unternehmen und deren Zulieferer vor Ausbeutung und Lohndumping zu schützen. Dies soll durch die Einhaltung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen, die auf den sogenannten Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) beruhen, erreicht werden. Dazu gehören die Anerkennung der Menschenrechte, der Ausschluss von Diskriminierung und Kinder- und Zwangsarbeit, das Recht der Beschäftigten, sich Gewerkschaften anzuschließen und Arbeitnehmervertretungen zu gründen, das Recht auf angemessene Bezahlung, gesunde Arbeitsbedingungen und sozialverträgliche Arbeitszeiten.
Die abgeschlossene Vereinbarung ist die erste ihrer Art in der gesamten deutschen Möbelbranche. Im Organisationsbereich der IG Metall haben seit 1998 die Unternehmen Schwan-Stabilo, Faber Castell, Staedtler, Hartmann, Triumph, Volkswagen, Daimler, GEA, Rheinmetall, Bosch, BMW, EADS, die Gebrüder Röchling sowie General Motors Europe und Ford Europa eine Internationale Rahmenvereinbarung zum Schutz der Beschäftigten im eigenen Unternehmen und bei ihren Zulieferern abgeschlossen und sich zur Einhaltung von Mindeststandards für alle Arbeitnehmer verpflichtet.
Wilkhahn beschäftigt weltweit an drei Produktionsstätten und in fünfzehn Vertriebsgesellschaften rund 600 Arbeitnehmer, davon am Hauptsitz in Bad Münder rund 440.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall)
Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843
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