Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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IG Metall-Vorsitzender Huber: "Lasst uns die soziale Einheit schaffen"

(Leipzig) - Im Rahmen eines Festaktes hat der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, den Erfolg der friedlichen Wende 1989 für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte gewürdigt. Eine Bilanz falle jedoch zwiespältig aus, sagte Huber am Dienstag (11. November 2009) in Leipzig. "Der Freiheitsgewinn für die Menschen war enorm. Allerdings erfordert Freiheit auch materielle Sicherheit und Planbarkeit des Lebens. Wir haben die politische Einheit geschaffen. Die soziale Einheit ist noch nicht erreicht." Dies zeige sich bei der Angleichung der Entgelte, sie stocke seit Jahren. "Das ist eine Schlüsselfrage der sozialen Einheit", sagte Huber.

Die Entwicklung der Industrie in Ostdeutschland stehe in vieler Hinsicht auf wackeligen Beinen, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Es fehle eine nachhaltige, öffentlich geförderte Industriepolitik, mit der Entwicklungschancen besser genutzt werden könnten. Ebenso steckten im Bereich der alternativen Energien und des ökologischen Wirtschaftsumbaus große Beschäftigungspotenziale. Huber verwies zudem auf den demografischen Wandel in den neuen Bundesländern. "Wir müssen den jungen Menschen vor Ort eine Perspektive geben und deshalb mehr in Ausbildung und Weiterbildung investieren. Zugleich brauchen wir Mindestlöhne, um den gerade in den neuen Bundesländern ausufernden Niedriglohnsektor einzudämmen."

Die Gewerkschaften hätten sich von Anfang an stark in Ostdeutschland engagiert und leisteten durch die alltägliche Arbeit einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Kultur. "Wir schaffen Mitbestimmungsmöglichkeiten, mit jedem Betriebsrat schaffen wir ein Stück Beteiligung, ein neues Stück Demokratie. Freiheit und Demokratie brauchen eine soziale Grundlage, daran werden wir auch in Zukunft weiter arbeiten", sagte Huber.

Der Beirat der IG Metall hat zum 20. Jahrestag der politischen Wende in Ostdeutschland eine Erklärung "Die soziale Einheit schaffen!" verabschiedet.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall) Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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