IG Metall-Vorstand empfiehlt für die Tarifrunde 2007 eine Forderung von 6,5 Prozent
(Frankfurt am Main) - Der Vorstand der IG Metall hat am Dienstag (06. Februar 2007) in Frankfurt den regionalen Tarifkommissionen für die Tarifrunde 2007 die Forderung nach einer Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6,5 Prozent empfohlen. Die Laufzeit der Tarifverträge für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie soll zwölf Monate betragen. Nach den Beratungen der regionalen Tarifkommissionen legt der IG Metall-Vorstand am 26. Februar die endgültige Forderungshöhe fest.
Die Metall- und Elektroindustrie kann eine Erhöhung in der Größenordnung von 6,5 Prozent locker verkraften und finanzieren, sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, nach den Beratungen des Vorstands. 2007 sind die Arbeitnehmer dran. Er erteilte den Ankündigungen der Arbeitgeberseite, die Arbeitnehmer mit einem Konjunkturbonus angemessen beteiligen zu wollen, eine Absage. Es gibt weder eine Einmal-Produktivität noch eine Einmal-Inflation. Beide Faktoren sind nachhaltig, deshalb ist es nicht nachvollziehbar, warum wir uns mit einer Einmal-Zahlung zufrieden geben sollen. Offensichtlich versuchten sich die Arbeitgeber dem Druck der Erwartungen in dieser Tarifrunde durch Einmalzahlungen zu entziehen. Einen Aradigmenwechsel in Richtung Einmalzahlung statt prozentualer Erhöhung wird es nicht geben, sagte Peters.
Der gesamtwirtschaftlich neutrale Spielraum aus Inflation und Produktivitätsanstieg, auf den sich die Forderungsempfehlung der IG Metall stütze, betrage für 2007 4,1 Prozent. Dabei gehe die IG Metall von einem Anstieg der Produktivität von 1,8 Prozent und 2,3 Prozent bei den Verbraucherpreisen aus. Die Produktivitätsentwicklung und die Ertragsaussichten in der Metallwirtschaft seien noch günstiger, sagte Peters, hier betrage der verteilungsneutrale Spielraum 6,5 Prozent. Zudem seien die Lohnquote und Lohnstückkosten in der Metall- und Elektroindustrie seit Jahren rückläufig. Nur jeder sechste Euro, somit 16,5 Prozent vom Umsatz, werden derzeit für Löhne und Gehälter ausgegeben. Im Jahr 1995 waren es 24,5 Prozent, also jeder vierte Euro. Mit Blick auf die anstehenden Tarifverhandlungen appellierte Peters an die Arbeitgeber, auf lange Tarifrituale wie im vergangenen Jahr zu verzichten.
Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, unterstrich die Bedeutung der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Wir haben unsere heutige Forderungsempfehlung vor dem Hintergrund sehr guter Prognosen für die Metall- und Elektrobranche und einer gefestigten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung ausgesprochen, sagte Huber. Für die gesamte Metall- und Elektroindustrie werde für 2007 eine Produktionszunahme von 4,5 bis 5,5 Prozent erwartet. Die Branche hat in den vergangenen drei Jahren um insgesamt 18 Prozent zugelegt. Davon profitierten nicht nur Großkonzerne, sondern auch die kleinen und mittelgroßen Unternehmen, deren Gewinne allein in 2003 und 2004 um 35 Prozent gestiegen seien. Wir fordern einen gerechten Anteil der Beschäftigten an diesem nachhaltigen wirtschaftlichen Fortschritt, sagte Huber. Davon profitierten auch die Binnenkonjunktur und die öffentliche Haushalte. Vier Milliarden Euro Gehaltsumme und 1,8 Milliarden Euro an Sozialabgaben hat die in 2006 vereinbarte Entgeltsteigerung von drei Prozent ausgemacht. Für die weitere Belebung des wirtschaftlichen Aufschwungs können wir in 2007 eine höhere Summe gut vertragen.
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Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
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