IG Metall weist Bonus für zusätzliche Ausbildungsplätze als untauglich zurück
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat den Vorschlag von Uwe Schummer, Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag zur Berufsbildung, Betriebe für zusätzliche Ausbildungsplätze mit einem Bonus zu versehen, als untauglich zurückgewiesen. Uwe Schummer hat an einem Punkt recht: Die Finanzierung der betrieblichen Berufsausbildung ist dringend reformbedürftig: Unternehmen, die ausbilden, sollten im Wettbewerb mit denen, die nicht ausbilden, keinen Kostennachteil haben. Der Vorschlag eines generellen Bonus für Betriebe, die mehr Ausbildungsplätze anbieten, ist allerdings untauglich, erklärte IG Metall-Vorstand Regina Görner am Dienstag (10. Juli 2007) in Frankfurt am Main.
Ein Bonus würde zu unübersehbaren Mitnahmeeffekten führen, weil Betrieben viele Möglichkeiten offen stehen, ihr Ausbildungsplatzangebot zu manipulieren. So könnten Betriebe durch Verbundsysteme etwa die ohnehin geplanten Ausbildungsverträge auf ein anderes Unternehmen übertragen, das dafür den Bonus erhalten würde. Zurückhaltung bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen in diesem Jahr wird spätestens im nächsten Jahr vergoldet. Solche Mitnahmeeffekte schaffen nicht mehr Ausbildung, sondern verlagern nur die Kosten auf den Steuer- oder Beitragszahler, betonte Görner.
Nur in den Fällen, in denen die Betriebe zusätzlich Jugendliche mit besonderem Förderbedarf einstellen, machte es Sinn, einen besonderen Bonus zu zahlen. Generell gelte, dass einzig richtige System zur Lösung der Finanzierungsprobleme in der beruflichen Ausbildung sei ein Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben. Nur dadurch ließen sich Fehlanreize vermeiden, sagte Görner. Ein System, das übrigens in vielen europäischen Ländern genutzt wird. Auch in Deutschland existiert seit über 30 Jahren im Bausektor eine erfolgreiche Branchenfinanzierung.
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