IG Metall würdigt politisches Wirken von Otto Brenner / 100. Geburtstag des ehemaligen Ersten Vorsitzenden am 8. November 2007
(Leipzig) - Die IG Metall hat das politische Wirken ihres ehemaligen Ersten Vorsitzenden Otto Brenner gewürdigt. Sein Leben lang hat Otto Brenner dafür gerungen, die unmittelbaren Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Donnerstag (8. November 2007) während eines Festaktes zum 100. Geburtstag Brenners in Leipzig. Otto Brenner hat die IG Metall so lange wie kein anderer von Mitte der 50er Jahre bis in die 70er Jahre hinein geführt. Von der Adenauer-Zeit bis zur Reformära unter Willy Brandt habe Brenner wesentlich dazu beigetragen, der IG Metall Anerkennung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft zu verschaffen.
Otto Brenner habe sich für Demokratie im Wirtschaftsleben stark gemacht. Mitbestimmen am Arbeitsplatz, im Betrieb, im Unternehmen sei für ihn ein unverrückbares Prinzip gewesen.
Brenners Grundsatz lautete: Starke, selbstbewusste Gewerkschaften behindern nicht die wirtschaftliche Entwicklung, im Gegenteil: Durch kluge Tarif- und Betriebspolitik und durch Mitbestimmung tragen sie wesentlich dazu bei, dass wirtschaftliche Entwicklung befördert und ermöglicht wird. Und sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass es dabei auch gerecht zugeht, führte Huber aus.
Der am 8. November in Hannover geborene Brenner engagierte sich früh in der Arbeiterbewegung seiner Heimatstadt. Schon als 13-Jähriger wurde das durch Krieg und soziale Elend in der Weimarer Republik geprägte Arbeiterkind Mitglied der Arbeiterjugend und wenig später der Gewerkschaft. In den 20er und 30er Jahren engagierte sich Brenner in der SPD und in der SAPD (Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands). In den Jahren 1925 bis 1931 arbeitete er bei der hannoverschen Hanomag. Als einer der Organisatoren des Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur im Bezirk Hannover-Braunschweig wurde Brenner wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Gefängnishaft verurteilt. Danach stand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges unter Polizeiaufsicht.
Unmittelbar nach Kriegsende nahm Brenner seine politische Arbeit auf, unter anderem als Betriebsratsvorsitzender und als Vorsitzender der Wirtschaftsgruppe Metall der Allgemeinen Gewerkschaft in Hannover. 1946 übernahm er den Landesvorsitz der Industriegruppe Metall in Niedersachsen. Ende des gleichen Jahres organisierte Brenner den Streik bei Panzer-Bode mit dem Ziel der Ausweitung der Mitbestimmung. 1947 wurde Brenner Bezirksleiter der neu gegründeten IG Metall in Hannover. Von 1952 bis 1956 stand Otto Brenner gemeinsam mit Hans Brümmer, danach bis 1972 allein, der IG Metall vor. Er professionalisierte die hauptamtliche Gewerkschaftsarbeit und wurde 1961 Vorsitzender des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB). Bereits damals erkannte er die Bedeutung der europäischen Integration und wirkte im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemeinschaft mit. In der Ära Brenner entwickelte sich die IG Metall zur größten demokratischen Einzelgewerkschaft der Welt.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall)
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