Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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In der Textil- und Bekleidungsindustrie drohen Warnstreiks / Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

(Frankfurt) - Die IG Metall hat die Arbeitgeber der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie vor einer weiteren Zuspitzung des Tarifkonflikts gewarnt. „Die Arbeitgeber haben mit ihrer bisherigen Totalverweigerung die Zeit der Friedenspflicht verstreichen lassen und es damit auf Konfrontation angelegt“, kritisierte IG Metall-Verhandlungsführer Peter Donath am 27. April 2006 in Frankfurt mit Blick auf die am 30. April endende Friedenspflicht. Die IG Metall werde den Druck in den Belegschaften erhöhen und mit Warnstreiks ab der kommenden Woche reagieren. Die Tarifverhandlungen für die 130 000 Beschäftigten der Branche sind am Mittwoch in Wuppertal in der dritten Runde nach 12-stündigen Gesprächen ergebnislos vertagt worden.

Donath kritisierte, dass die Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Angebot über eine Entgelterhöhung vorgelegt haben. Außerdem beharrten sie auf weitere Öffnungsklauseln. „Längere Arbeitszeiten und den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach Gutdünken der Betriebe werden die Beschäftigten nicht hinnehmen“, sagte Donath. Trotz der wirtschaftlich guten Lage in weiten Teilen der Branche seien die Arbeitgeber nicht einmal zu einer Reallohnsicherung bereit. „Ihre Vorstellungen mit langen Laufzeiten, niedrigen Einmalzahlungen und noch weitergehenderen Tariföffnungen sind nur Zumutungen und kein Lösungsweg für den Tarifkonflikt,“ sagte Donath.

Auf Grund der industriellen Verflechtungen bei möglichen Warnstreiks in der Branche sei mit erheblichen Auswirkungen auch auf andere Wirtschaftszweige zu rechnen. „Ohne textile Vliese laufen keine Rotationsmaschinen, ohne Textilmatten geht nichts im Deich- und Straßenbau, ohne textile Produkte wird kein Airbus fertiggestellt und es läuft vor allem kein Auto vom Band,“ sagte Donath. Die IG Metall habe kein Interesse an einer Eskalation und strebe weiterhin eine friedliche Lösung an. „Die Entscheidung liegt in der Hand der Arbeitgeber“, betonte der Gewerkschafter.

Die IG Metall fordert für die rund 130 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent und für die Auszubildenden eine Erhöhung der Vergütungen um 40 Euro pro Monat verbunden einer mindestens 12-monatigen Übernahmegarantie.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) Georgios Arwanitidis, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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