Ingrid Sehrbrock stellt Ausbildungsinitiative vor
(Berlin) - DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock hat am Donnerstag in Berlin eine Ausbildungsinitiative des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften vorgestellt. Der Ausbildungspakt zwischen Politik und Wirtschaft hat die Ausbildungsmisere nicht beendet. Deshalb brauchen wir eine neue Ausbildungskultur, in der alle Beteiligten Betriebe, Aufsichtsräte, (Berufs)Schulen, Kammern, Politik, Betriebs- und Personalräte sowie die Tarifparteien ihren Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungssituation leisten, sagte Sehrbrock.
So sollten ausbildungsbegleitende Hilfen allen Jugendlichen angeboten werden und die Betriebe entlasten, die auch schwächeren Jugendlichen eine Chance geben. Dazu gehören die Bereiche Deutsch und Mathematik sowie fachliche Unterstützung und sozialpädagogische Begleitung, sagte Sehrbrock. Sie forderte die Kultusministerkonferenz auf, dieses Instrument zu entwickeln und als Regelangebot in das System der Berufsbildung aufzunehmen. Statt über angebliche Defizite von Jugendlichen zu lamentieren, müssen wir ihre Stärken ausbauen und ihre Schwächen ausgleichen, so das DGB-Vorstandsmitglied.
Kleine und mittlere Betriebe, die im Verbund mit anderen oder mit einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte ausbilden, müssen direkte Finanzhilfen erhalten, forderte Sehrbrock. Im Jahr 2004 sei eine Milliarde Euro an Steuermitteln für die Finanzierung von Warteschleifen aufgewandt worden. Statt damit die Lebenszeit junger Menschen zu vergeuden, muss das Geld verstärkt in die duale Ausbildung fließen, sagte Sehrbrock.
DGB und Gewerkschaften fordern die Kammern auf, neue Ausbildungsbetriebe besser zu begleiten. Wer Betriebe besser unterstützt, muss nicht Jahr für Jahr viel Kraft aufwenden, um Ersatz zu finden für die Betriebe, die sich aus der Ausbildung verabschiedet haben.
Aufgabe der Sozialpartner sei es, auch über die Tarifpolitik eine Verbesserung des Angebots an betrieblichen Ausbildungsplätzen zu erreichen. Dazu müssten Zielvereinbarungen und branchenbezogene Regelungen stärker genutzt werden.
Zu den aktuellen Ausbildungszahlen sagte Sehrbrock: Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen verringert sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent. In absoluten Zahlen ist dies ein Rückgang von knapp 17.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen. Gleichzeitig ist die Nachfrage um 2,3 Prozent gestiegen. Nachdem im Vorjahr die Nachfrage leicht gesunken war, liegt sie jetzt wieder über dem Niveau von 2003. Im Ergebnis stehen jetzt rechnerisch nur noch 60 Ausbildungsplätze für 100 Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Hilmar Höhn, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

