Pressemitteilung | Deutscher Hotel- und GaststÀttenverband e.V. (DEHOGA)
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Inlandstourismus bricht 2020 um fast 40 Prozent ein / Übernachtungszahlen auf historischem Tief

(Berlin) - Die Corona-Maßnahmen treffen das Gastgewerbe besonders hart. Der DEHOGA fordert die schnelle Auszahlung der Hilfen und einen Fahrplan zur Wiederöffnung der Hotels und Restaurants.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind fĂŒr den Deutschlandtourismus und damit fĂŒr das Gastgewerbe verheerend. Nach zehn Wachstumsjahren in Folge brachen die Übernachtungszahlen 2020 dramatisch ein. Im vergangenen Jahr zĂ€hlten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland nur 302,3 Millionen Übernachtungen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekanntgab. Das sind 39,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon entfielen 270,3 Millionen auf Übernachtungen aus dem Inland, ein Minus von 33,4 Prozent. Noch gravierender war der RĂŒckgang bei den auslĂ€ndischen GĂ€sten: 32,0 Millionen Übernachtungen bedeuten hier ein Minus von 64,4 Prozent. Ursache fĂŒr den historischen Tiefstand seit dem Vorliegen gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992 sind die Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie. "Die fehlenden Übernachtungen und ausbleibenden UmsĂ€tze bedrohen die Existenz Zigtausender Betriebe. Lage und Stimmung im Gastgewerbe sind katastrophal", sagt Guido Zöllick, PrĂ€sident des Deutschen Hotel- und GaststĂ€ttenverbandes (DEHOGA Bundesverband). "Nach dem desaströsen Corona-Jahr mit vier Monaten Lockdown sind die Konten unserer Betriebe leer. Wegen der verzögerten Hilfszahlungen und der fehlenden Öffnungsperspektiven nehmen Verzweiflung und ExistenzĂ€ngste in der Branche dramatisch zu."

Touristische Übernachtungen waren seit dem 23. MĂ€rz bis Mitte Mai be-ziehungsweise zum Beispiel in Bayern sogar bis Ende Mai untersagt. "Der Lockdown im FrĂŒhjahr brachte den Inlandstourismus zum Erliegen. GeschĂ€ftsreisen fanden so gut wie nicht mehr statt", erklĂ€rt Zöllick. "Auch nach der Wiedereröffnung der Betriebe lief das GeschĂ€ft aufgrund von Abstandsgeboten, KapazitĂ€tsbegrenzungen und ReisebeschrĂ€nkungen nur gebremst." Die massiven Verluste ließen sich auch nicht durch eine mancherorts gute Sommersaison kompensieren. Hinzu kam das Regelungschaos bei den Beherbergungsverboten im Herbst, das zu "zusĂ€tzlicher Verunsicherung und zu Frust bei GĂ€sten wie Gastgebern gefĂŒhrt hat." Messen, Kongresse sowie große Kultur- und Sportveranstaltungen fanden 2020 ĂŒberhaupt nicht statt. Internationale Besucher fehlten schmerzlich.

Seit 2. November befindet sich die Branche erneut im Lockdown. Daher mussten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland in den letzten beiden Monaten des Jahres wieder starke Einbußen hinnehmen.

Im November konnten lediglich 9,1 Millionen Übernachtungen verbucht werden, das waren 72,1 Prozent weniger als im November 2019. Im Dezember sank die Zahl der Übernachtungen um 78,4 Prozent auf 6,7 Millionen. Bemerkenswert ist auch der RĂŒckgang der geöffneten Betriebe im Dezember 2020: Nur rund 60 Prozent beziehungsweise 31.000 der 52.200 statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe hatten geöffnet. Das waren noch einmal ein Viertel (25,4 Prozent) weniger im Vergleich zum November 2020 mit 38.800 geöffneten Betrieben.

"Das GeschĂ€ft mit den wenigen Übernachtungen der GeschĂ€ftsreisenden deckt kaum die Kosten fĂŒr das Offenhalten der Hotels, GasthĂ€user und Pensionen", sagt Zöllick und drĂ€ngt auf die Auszahlung der staatlichen Hilfen und auf Perspektiven fĂŒr seine Branche. Nach fast einem Jahr Pandemie seien RĂŒcklagen nicht mehr vorhanden, die Betriebe stĂŒnden mit dem RĂŒcken zur Wand. Drei Viertel der Hotels und Restaurants bangen laut einer DEHOGA-Umfrage vom Januar um ihre Existenz. Umso wichtiger sei jetzt, dass die versprochenen Hilfen schnell und in vollem Umfang bei allen notleidenden Unternehmen ankĂ€men und die Antragstellung fĂŒr grĂ¶ĂŸere Unternehmen endlich möglich werde.

Von der heute stattfindenden Bund-LĂ€nder-Konferenz erwartet der DEHOGA eine konkrete Perspektive fĂŒr die Öffnung von Hotels und Restaurants. "Wir fordern einen abgestimmten Fahrplan mit klaren Kriterien, wann und unter welchen Voraussetzungen unsere Betriebe wieder öffnen dĂŒrfen", so Zöllick. BĂŒrger wie Unternehmer brĂ€uchten dringend eine an nachvollziehbaren Kriterien ausgerichtete Öffnungsstrategie, wenn dies die Infektionslage zuließe. FĂŒr einen erfolgreichen Re-Start hat der DEHOGA Leitlinien unter dem Titel "Gastgewerbe verantwortlich wiederhochfahren" vorgelegt. Hotels und Restaurants hĂ€tten bereits im FrĂŒhjahr in strikte Hygiene- und Schutzkonzepte investiert und seien auch laut RKI keine Pandemietreiber. Zöllick: "Es geht um die wirtschaftliche Existenz der Unternehmer und die Rettung Hunderttausender ArbeitsplĂ€tze. Zudem geht es auch um den Erhalt ganzer touristischer und gastronomischer Strukturen." Dabei habe das Gastgewerbe nicht nur eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, sondern sei von großer gesellschaftlicher Relevanz.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hotel- und GaststĂ€ttenverband e.V. (DEHOGA) Stefanie Heckel, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin Telefon: (030) 7262520, Fax: (030) 72625242

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