Pressemitteilung | Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
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Internationale Rechnungslegungsstandards für kmu müssen wieder in der schublade verschwinden

(Brüssel) - Über „Internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS) und Governance des IASB" wird der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments am 29. Januar 2008 beraten. Ein Bericht des Europaabgeordneten Alexander Radwan (CSU), der für kleine und mittlere Unternehmen erstellte IFRS ablehnt, steht zur Abstimmung. Dazu erklärt Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH):

"Für Handwerk und Mittelstand bringen internationale Rechnungslegungsstandards keine Vorteile. Bislang werden IFRS vor allem von Unternehmen genutzt, die an externer Kapitalmarktfinanzierung interessiert sind und über ein internationales Firmennetz verfügen. IFRS für KMU stellen jedoch keine Vereinfachung bei der Rechnungslegung dar, sondern verursachen insbesondere durch die komplexen Bewertungsregelungen und die umfänglichen Angaben im Anhang, zusätzlichen Bürokratieaufwand.

Eine gute Kenntnis der so genannten Full-IFRS ist im Übrigen Voraussetzung, um die verkürzten IFRS für KMU in der betrieblichen Praxis anwenden zu können. Insbesondere für Kleinbetriebe ist das nicht leistbar. Für Besteuerungszwecke sind IFRS nicht nutzbar, da damit das bewährte Vorsichtsprinzip abgeschafft würde – mit der Folge der Besteuerung von Scheingewinnen. Schließlich könnten viele Firmen nach solchen IFRS künftig nur noch einen Bruchteil ihres bisherigen Eigenkapitals ausweisen.

Zudem bleibt die Frage, ob die vom International Accounting Standards Board (IASB) erstellten Standards überhaupt eine demokratische Legitimation haben.

Wir unterstützen daher den Europaabgeordneten Radwan, der in seinem Bericht IFRS für KMU ablehnt. Die Pläne für KMU-IFRS müssen wieder in der Schublade verschwinden. Stattdessen brauchen wir eine – insbesondere auch mittelstandsgerechte – Fortentwicklung der bereits bestehenden europäischen Rechnungslegungsstandards."

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH) Pressestelle Mohrenstr. 20/21, 10117 Berlin Telefon: (030) 20619-0, Telefax: (030) 20619-460

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