Irak: 100. Journalist seit Kriegsbeginn getötet
(Berlin) - Seit Beginn des Irak-Krieges im März 2003 sind dort mindestens 100 Journalistinnen, Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden. Am Dienstag wurde die Leiche des irakischen Journalisten Adel Nadschi el Mansuri gefunden. Der Korrespondent des iranischen Fernsehsenders "El Alam" war am Tag zuvor vor seinem Haus in Bagdad verschleppt worden.
"Die Gewalt gegen Medienleute im Irak ist entsetzlich", so Reporter ohne Grenzen (ROG). "Kein bewaffneter Konflikt seit dem zweiten Weltkrieg hat so viele Todesopfer unter Reportern gefordert. Die irakische Regierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, um die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist absolut inakzeptabel, dass nichts unternommen wird, um diese immer alltäglicher werdenden Morde aufzuklären und Journalisten zu schützen."
Der 20-jährige Mansuri hatte am Tag seiner Verschleppung seine Frau und seine Tochter aus Bagdad gebracht, nachdem er, vermutlich wegen seiner journalistischen Arbeit, Morddrohungen erhalten hatte.
Reporter ohne Grenzen verurteilt ebenso die Übergriffe von Polizisten gegen Ali Al Yassi, Journalist des Satellitensenders "Al Hurra". Er war Dienstag in Bagdad schwer. verprügelt worden.
Weiterhin untersucht ROG derzeit die Fälle Abdul Wahab Abdul Razeq Ahamad Al Qaisie und Riyad Atto. Die Journalisten waren ebenfalls am Dienstag tot aufgefunden worden. Qaisie wurde bereits am 20. Juli entführt und war Chefredakteur des irakischen Magazins "Kol al Dounia". Atto war für eine Zeitung im nördlich von Bagdad gelegenen Talafar verantwortlich.
Seit Beginn des Irak-Krieges im März 2003 kamen bislang 100 Medienleute ums Leben, zwei werden vermisst, drei weitere als Geiseln gehalten.
Quelle und Kontaktadresse:
Reporter ohne Grenzen
Katrin Evers, Presseabteilung
Skalitzer Str. 101, 10997 Berlin
Telefon: (030) 6158585, Telefax: (030) 6145649
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