Jobmotor durch Spitzentechnologie / Branche will 2008 dreißigtausend neue Arbeitsplätze schaffen / Deutsche Maschinenproduzenten weltweit die Nummer 2 / Produktpiraterie verursacht Schaden von rund sieben Milliarden Euro
(Hannover) - Die Welt liebt deutsche Maschinen! mit dieser Aussage umschrieb VDMA Präsident Manfred Wittenstein die aktuelle Lage des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus.
Der Maschinenbau schwimmt auf einer Erfolgswelle. Und das werde auch 2008 so bleiben. Der VDMA bekräftigte seine Prognose von plus fünf Prozent Wachstum für 2008.
Der Auftragseingang ist bis zum letzten statistisch erfassten Monat, dem Februar 2008, weiter gestiegen. Der Auftragsbestand liegt derzeit bei 6,6 Monaten aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung. Nicht wenige Unternehmen sind bis Jahresende, zum Teil sogar bis ins Jahr 2009, ausgebucht, betonte Wittenstein. Im ersten Quartal könnte die Produktion sogar noch einmal zweistellig zulegen; in den ersten beiden Monaten 2008 ist sie real um 13,5 Prozent gestiegen. Für den weiteren Verlauf des Jahres rechnen wir mit deutlich niedrigeren Plusraten. Die sich eintrübende Investitionsgüterkonjunktur, der unterbewertete US-Dollar, aber auch die Tatsache, dass wir vielfach an unseren Kapazitätsgrenzen arbeiten, begrenzen den weiteren Zuwachs und zeigen in einigen Branchen Bremsspuren.
Branche will 2008 dreißigtausend neue Arbeitsplätze schaffen
In den ersten beiden Monaten 2008 haben die deutschen Maschinenbauer zwölftausend neue Stellen geschaffen und die Stammbelegschaft auf 947.000 erhöht. Wir rechnen nun mit einem Jahresendestand von ca. 965.000 Personen. Das entspricht einem Aufbau von dreißigtausend neuen Beschäftigten, betonte der VDMA Präsident. Wenn die Zahl der Leiharbeiter von rund 50.000 mit einbezogen wird, werde die Branche die Ein-Millionen-Grenze überschreiten.
Deutsche Maschinenproduzenten weltweit die Nummer 2
Mit einem Produktionsvolumen von 207 Milliarden Euro belegten die deutschen Maschinenbauer im Ranking Platz 2 der weltgrößten Maschinenbauproduzenten. Und außerdem sind wir die zweitgrößte Industriebranche in Deutschland.
Aus Gründen der internationalen Vergleichbarkeit muss hier ein weiter gefasster Produktionswert als national üblich verwendet werden.
Auf dem ersten Platz liegen die USA mit 257 Milliarden Euro. China rückte mit 190 Milliarden Euro auf Platz 3 vor, und verdrängte damit Japan mit 170 Milliarden Euro auf den Platz 4. Weltweit wurden 2007 nach Schätzungen der VDMA Volkswirte Maschinen und Anlagen für 1,35 Billionen Euro hergestellt. Das sind nominal 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Deutsche Maschinenexporte stiegen 2007 auf 135,8 Milliarden Euro
Die deutschen Maschinenexporte wuchsen im Jahr 2007 um real 8,3 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einer nominalen Zunahme um 10,6 Prozent (2006: 122,8 Milliarden Euro). Zu diesem Zuwachs trugen vor allem Russland und die EU-Länder bei. Erstmals seit langem rückläufig waren hingehen der US-Markt. Eine schwache Konjunktur sowie der starke Euro drückten deren Anteil an den deutschen Maschinenexporten unter die Zehn-Prozent-Marke (9,3 Prozent).
Die Märkte der Euro-Zone waren 2007 Zugpferd für die Branche. Kontinuierlich hohe Wachstumsraten gab es ferner in Osteuropa.
Mit einem erneuten Wachstum von 7,5 Prozent ist China weiter der wichtigste asiatische Markt und die Nummer zwei im Exportranking für die deutschen Maschinenbauer. Bei unserer Ausfuhr nach Indien sind die Wachstumsraten der Vorjahre etwas abgeschmolzen und liegen jetzt bei 11,2 Prozent.
Antriebstechnik und Bau- und Baustoffmaschinen gefragt
2007 besonders beliebt war die deutsche Antriebstechnik mit einem Rekordexportwert von 10,8 Milliarden Euro, die Bau- und Baustoffmaschinen mit 10,3 Milliarden Euro sowie die Fördertechnik mit 9,5 Milliarden Euro, Werkzeugmaschinen mit 7,7 Milliarden Euro und die Nahrungsmittel- und Verpackungstechnik mit 7,6 Milliarden Euro.
Energieeffizienz ist Kernkompetenz des Maschinen- und Anlagenbaus
Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer liefern Spitzentechnologie für Energieversorgung und Klimaschutz. Zukunftsweisende Energietechnologien zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie die effiziente Energienutzung bei Komponenten und in Produktionsprozessen sind Kernthemen unserer Industrie, betonte der VDMA Präsident. Mit diesen Spitzentechnologien erreichen wir einen entscheidenen Beitrag zur Erreichung des Klimaschutzes.
Bei Wasserkraft, Bio- und Windenergie sowie Solar- und Geothermie belegen deutsche Hersteller Spitzenpositionen auf dem Weltmarkt für erneuerbare Energien.
Die Branche bietet hocheffiziente Systemlösungen, die den Energieverbrauch um mehr als ein Drittel senken können, wie zum Beispiel Thermoprozessanlagen für die Metall- und Glasindustrie bis hin zur IT-gestützten Optimierung des gesamten produktionsprozesses.
Hochmoderne Komponenten sorgen für Effizienz bis ins Detail. Mit dem Einsatz etwa drehzahlgeregelter Antriebe und der Optimierung von Pumpen- und Ventilatorsystemen können Energiekosten sowie Umweltbelastungen gesenkt werden. Zum Beispiel werden Druckluftanlagen und Ventilatoren in hohen Stückzahlen in industriellen Produktions- und Verfahrensprozessen eingesetzt. Der Energieverbrauch der Komponenten ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage. Effizienzsteigernde Maßnahmen senken die Life-Cycle-Kosten und werden zukünftige Kaufentscheidungen beeinflussen, so Wittenstein. Auf der Sonderschau EnergieEffizienz in industriellen Prozessen zeigen wir, dass wir bereits heute vielfältige Komponenten und Produkte anbieten können, die dem Kriterium ökonomischer und ökologischer Effizienz genügen.
Produktpiraterie verursacht Schaden von rund sieben Milliarden Euro
Der Schaden, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2007 durch Produktpiraterie entstanden ist, liegt bei etwa sieben Milliarden Euro, sagte der Verbandspräsident. Das sind zwei Milliarden mehr als noch ein Jahr zuvor. 24 Prozent der betroffenen Unternehmen meldeten Umsatzrückgänge von mehr als fünf Prozent. Ein Viertel meldet einen Umsatzrückgang in Höhe von zwei bis fünf Prozent.
Plagiate werden vor allem von ganzen Maschinen (52 Prozent) hergestellt, gefolgt von Komponenten (50 Prozent) und Ersatzteilen (32 Prozent).
Bei den Herstellungsländern der Plagiate ist China weiterhin der Spitzenreiter. Das Land wurde von 71 Prozent der betroffenen Unternehmen als Ursprungsland der Nachbauten genannt. Berücksichtigt man weiter die Listung anderer asiatischer Länder, wie Taiwan mit 12 Prozent, Indien mit 11 Prozent und und Südkorea mit 10 Prozent , so hat die überwiegende Mehrheit der nachgeahmten Produkte ihren Ursprung in dieser Region.
Auch bei den Absatzmärkten der Plagiate ist China wieder Spitzenreiter und wurde von 46 Prozent der betroffenen Unternehmen genannt. Nach Deutschland gelangen 17 Prozent der Fälschungen, auf den Europäischen Markt 15 Prozent und auf den Weltmarkt 11 Prozent.
Drei Viertel der Unternehmen werden durch eigene Marktkenntnisse auf die Plagiate aufmerksam. 60 Prozent der Unternehmen konnten Plagiate der eigenen Waren auf Messen ausmachen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Marlies Schäfer, Pressesprecherin
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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