Pressemitteilung | Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Joint Venture mit China und Kanada zur Krebsdiagnostik

(Gelsenkirchen) - Prof. Dr. med. Alfred Böcking, Direktor des Instituts für Cytopathologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, hat mit dem größten chinesischen Mikroskophersteller Motic aus Xiamen im Südosten Chinas einen Kooperationsvertrag zur „Multimodalen Zellanalyse“ (MMZA) geschlossen. Die deutsche Technologie soll in China in großen medizinischen Zentren zur Früherkennung eingesetzt werden. Aus Sicht des Berufsverbandes Deutscher Pathologen, dessen Vorstand Prof. Böcking angehört, ist die internationale Zusammenarbeit in der Krebsdiagnostik für das Fachgebiet von entscheidender Bedeutung.

Die Chinesen setzen mit der MMZA auf die Schlüsselrolle eines neuartigen digitalen Bildanalyse-Verfahrens. Am Arbeitsplatz des Pathologen werden Mikroskop und Digitalkamera mit einem Computer verbunden, der die elektronische Analyse der Zellbilder ermöglicht. Kern des Verfahrens ist die wiederholte Untersuchung identischer Zellen unter dem Mikroskop nach unterschiedlichen Anfärbungen und Marker-Darstellungen. Dadurch lassen sich (signifikante) Indikatoren von bisher nicht gekannter Treffsicherheit für einen manifesten oder entstehenden Krebs gewinnen. Die erforderlichen Computerprogramme und Algorithmen entwickelten Forscher am Lehrstuhl für Bildverarbeitung der RWTH Aachen (Prof. Dr. Til Aach). Beteiligt ist außerdem die British Columbia Cancer Agency in Vancouver, Kanada.

Dank der Computerunterstützung ist die Diagnose-Treffsicherheit des Verfahrens sehr hoch. Bei geringsten Unannehmlichkeiten für die Patienten schafft es somit eine vielversprechende Perspektive für den Einsatz in der Diagnostik und Krebsvorsorge. Motic kann mit dem deutschen Arbeitsplatzsystem ein grundlegend neues diagnostisches Prinzip anbieten. Prototypen des digitalen Bildanalysesystems stehen bereits an der RWTH Aachen und im Institut für Cytopathologie in Düsseldorf. Das Diagnosesystem des global vertretenen Herstellers soll noch in diesem Jahr auch in Ländern, wie Kanada, Brasilien und Indien zum Einsatz kommen.

Krankhaft veränderte Zellen sind die frühesten Anzeichen einer Tumorbildung; an ihnen lassen sich bereits Vorstadien von Krebs diagnostizieren. Die cytopathologische (zellbasierte) Diagnostik kann heute immer mehr Arten von Krebs frühzeitig erkennen. Schmerzfrei und unblutig werden dazu per Abstrich oder Punktion wenige Zellen entnommen. Der Fortschritt der MMZA besteht in mikroskopischen Messungen verschiedener Zell-Bestandteile. Da die Messungen nacheinander an jeweils derselben Zelle durchgeführt werden, verringert sich die Zahl der erforderlichen Zellproben. Gleichzeitig wird die Sicherheit der Diagnose gesteigert.

Die hohe diagnostische Treffsicherheit der MMZA wurde mittlerweile in mehreren klinischen Studien belegt.

Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband Deutscher Pathologen e.V. Dr. Christine Winkler, Pressereferentin Rotthauser Str. 23, 45879 Gelsenkirchen Telefon: (0209) 155630, Telefax: (0209) 1556315

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