Junge Ärztinnen und Ärzte in der kurativen Medizin halten!
(Berlin) - Angesichts des sich zementierenden Ärztemangels in Kliniken und Praxen hat der Hartmannbund einen Maßnahmenkatalog zur Umgestaltung der Musterweiterbildungsordnung vorgelegt. Ziel ist die Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zu den Maßnahmen, die auf dem 113. Deutschen Ärztetag vom 11. bis 14. Mai 2010 in Dresden diskutiert und zur Abstimmung gebracht werden, gehören die Anerkennung von Teilzeittätigkeiten von weniger als 50 Prozent der wöchentlichen Regelarbeitszeit, die Strukturierung der Weiterbildung insgesamt als modulares System, die Einführung von Teilprüfungen bzw. -anerkennungen mit unbefristeter Gültigkeit sowie eine Bemessung der Weiterbildungsabschnitte nach Stunden, anstatt wie bisher nach der Gesamtdauer.
"Die Rahmenbedingungen müssen mit den gesellschaftlichen Realitäten in Einklang gebracht werden, die ärztliche Weiterbildung braucht mehr Flexibilität", erklärte Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Arbeitskreises "Aus- und Weiterbildung" im Hartmannbund. "Das langfristige Ziel sollte eine Weiterbildung mit eigenständigen Modulen sein, die sich gegenseitig ergänzen und mit einer Prüfung abgeschlossen werden können." Kurzfristig, erläuterte Schaps, würden vor allem eine Anerkennung von Teilzeittätigkeiten mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens 10 Stunden und die Einführung von unbefristet gültigen Teilprüfungen bzw. -anerkennungen es jungen Eltern enorm erleichtern, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Teilzeittätigkeiten von 25 Prozent sollen auf insgesamt 24 Monate begrenzt bleiben, Drittelteilzeitstellen auf 36 Monate. "Nach der Elternzeit gelingt vielen nicht der Wiedereinstieg in die Weiterbildung. Zum einen, weil eine Halbtagsstelle gerade für junge Mütter kurz nach der Geburt des Kindes noch zu viel ist, zum anderen, weil eine Anerkennung bereits abgeleisteter Weiterbildungsabschnitte - vor allem nach längeren Pausen oder einem Umzug in einen anderen Kammerbezirk - nicht immer sicher ist", erklärte Schaps. "Junge Familien brauchen jedoch vor allem eines: Planungssicherheit. Und die müssen wir ihnen zugestehen, wenn wir sie in der kurativen Medizin halten wollen."
Darüber hinaus sieht der Maßnahmenkatalog eine Prüfung und Revision der Inhalte der Weiterbildungsordnungen in Hinblick auf die Praxisnähe vor. Dabei sollte sich auch an europäischen Richtlinien orientiert werden, um die bestehende Inländerdiskriminierung bei der ärztlichen Weiterbildung zu beenden. Generell appelliert der Hartmannbund an die Ärztekammern, die gesetzlichen Bestimmungen so zu gestalten, umzusetzen und zu kontrollieren, dass eine Vernachlässigung der Pflichten der Weiterbilder nicht primär zulasten der Weiterzubildenden gehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle
Pressestelle
Schützenstr. 6a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829
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