Junge Menschen brauchen Perspektiven / BDL zur Flüchtlingssituation in Deutschland
(Berlin) - Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Not, Krieg und politischer Verfolgung. Ein Bruchteil von ihnen kommt nach Deutschland. Angesichts der Flüchtlingstragödien stellt Sebastian Schaller, stellv. Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), fest: "Diese Menschen brauchen positive, zukunftsorientierte Erlebnisse - eine Willkommenskultur."
"Mit bereits bestehenden Initiativen und Flüchtlingsräten unterstützen Landjugendgruppen vor Ort das vielfältige und lebendige Miteinander in ländlichen Regionen", so der junge Mann. Im Alltag wird es ganz praktisch: "Ortsgruppen laden zum gemeinsamen Grillen ein, organisieren ein Fußballturnier oder unterstützen mit Fahrradspenden. Durchs gemeinsame Tun bauen wir Ängste und Vorurteile ab", sagt der stellv. BDL-Bundesvorsitzende.
Dabei sei längst nicht alles in Butter. "Die einzelne Kommune kann die weiter steigenden Flüchtlingszahlen nicht allein stemmen", stellt Schaller fest. Es brauche finanzielle Unterstützung, um die Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Die ersten Schritte in die richtige Richtung seien gemacht. Er lobt das neue Bundesprogramm des Bundesjugendministeriums "Willkommen bei Freunden", das Kommunen bei der Integration junger Menschen unterstützen will, und auch die Erhöhung der Mittel für Integrationskurse.
"Flüchtlinge sind Menschen wie wir - viele von ihnen Kinder und Jugendliche. Da dürfen sie nicht in langen Warteschleifen mit ungewisser Zukunft feststecken. Junge Menschen brauchen Perspektiven!" Zu dieser Überzeugung ist der BDL-Arbeitskreis "Jugend macht Politik" gelangt. Die Landjugendlichen haben bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema auch festgestellt, dass gegenseitige Wertschätzung und Respekt die besten Hausmittel seien. "Natürlich haben Flüchtlinge andere Erfahrungen machen müssen als wir, aber bei Zukunftsvisionen und Bedürfnissen im Alltag finden wir viele Gemeinsamkeiten. Da müssen wir ansetzen", fasst der stellv. BDL-Bundesvorsitzende zusammen.
Zweifellos könne es auch Probleme geben. Gerade wenn in ländlichen Regionen eine überproportional große Gruppe neuer Einwohner hinzukäme, sei das eine große Herausforderung. "Da sind alle gefordert, langfristig an einem stabilen Miteinander zu arbeiten", sagt Schaller.
"Wir als Jugendverband kümmern uns um die weichen Faktoren: informieren, kennenlernen, austauschen oder wie bei «jugend.macht.land.» gemeinsam vor Ort aktiv werden. Hier sind wir die Profis", betont der stellv. Vorsitzende des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum.
Der 20. Juni ist der nationale Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Er wurde im vergangenen Jahr von der Bundesregierung ins Leben gerufen und wird 2015 das erste Mal begangen. Schon seit 2001 ist dieser Tag der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Landjugend im Deutschen Bauernverband e.V. (BDL), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Carina Gräschke, Pressereferentin
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-253, Fax: (030) 31904-206
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