Pressemitteilung | DIE JUNGEN UNTERNEHMER

Junge Unternehmer fordern FDP zu Kurskorrektur bei Handwerksordnung auf / BJU begrüßt Liberalisierungspläne der Bundesregierung

(Berlin) - "Die Liberalisierung der Handwerksordnung ist überfällig. Das sollte auch die Partei der Freiheit und der Marktwirtschaft erkennen", erklärte der Vorsitzende des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU), Marcus Schneider, mit Blick auf den kommenden FDP-Bundesparteitag. "Die FDP sollte aufhören, sich von der Lobby der Handwerkskammern in die Irre leiten zu lassen." Beim FDP-Bundesparteitag am Wochenende steht eine Debatte über die Reform der Handwerksordnung an. Bisher unterstützt die FDP die Beibehaltung des Meisterzwanges für den Schritt in die Selbständigkeit.

"Selbständigkeit im Handwerk muss auch ohne Meisterbrief möglich sein", so der BJU-Bundesvorsitzende. Er forderte freien Wettbewerb zwischen Meisterbetrieben und anderen Handwerkern. Das Mindeste sei aber ein Rechtsanspruch für Gesellen mit Berufserfahrung, sich ohne Meisterbrief selbständig zu machen.

Der BJU begrüßt die Reformpläne der Bundesregierung, zumindest in nicht gefahrgeneigten Berufen die Selbständigkeit ohne Meisterbrief zuzulassen. Das betrifft zum Beispiel Friseure, Raumausstatter und Goldschmiede. "Aus unserer Sicht kann aber selbst in gefahrgeneigten Berufen der Meisterzwang entfallen. Denn es ist die Gesellenprüfung, die im wesentlichen die sicherheitsrelevanten Qualifikationen vermittelt", so Marcus Schneider.

Die Handwerksordnung stelle ein Hemmnis auf dem Weg in die Selbständigkeit dar - und das obwohl ein Mangel an Unternehmensnachfolgern bestehe. Nur für Meister oder - bei der GmbH - für Unternehmer, die Meister beschäftigen, sei heute die selbständige Tätigkeit im Handwerk möglich. Dies bedeute längere Ausbildungszeiten oder höhere Personalkosten.

"Der BJU setzt auf den mündigen Kunden", erklärte Marcus Schneider. "Der Kunde soll wie in anderen Branchen selbst entscheiden, wem er einen Auftrag erteilt. Der Meisterbrief sollte für das Unternehmen eine Werbung, aber keine Markteintrittshürde sein." Dass ein Meisterbetrieb keine Garantie für Qualität sei, wisse jeder aus eigener Erfahrung. Letztlich komme es auf qualifizierte und motivierte Gesellen an, die vor Ort eingesetzt werden.

Schneider verwies im übrigen auf eine "Inländer-Diskriminierung" mit entsprechenden Folgen für den Wettbewerb in grenznahen Regionen. Handwerker aus anderen EU-Ländern dürfen gemäß dem EU-Recht in Deutschland auch ohne Meisterbrief selbständig tätig werden. Dagegen verlangt das deutsche Recht vom deutschen Handwerker für dieselbe Tätigkeit den Meisterbrief.

Der Bundesverband Junger Unternehmer ist das branchenübergreifende Netzwerk von 2.500 jungen selbständigen Unternehmern im Alter bis zu 40 Jahren. Seine Mitglieder führen meist mittelständische Unternehmen vom traditionsreichen Familienunternehmen bis zum Start-Up.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Junger Unternehmer der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer e.V. (BJU) Reichsstr. 17, 14052 Berlin Telefon: 030/300650, Telefax: 030/30065-490

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