Pressemitteilung | DWA - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
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Karl-Imhoff-Preis der DWA vergeben / Umweltpreis der DWA für Ulrich Dittmer, Belobigung für David Jérôme Dürrenmatt

(Augsburg/Hennef) - Dr.-Ing. Ulrich Dittmer (geb. am 12. November 1969) von der Universität Stuttgart wurde mit dem Karl-Imhoff-Preis der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) ausgezeichnet. Der Wissenschaftler bekam den Preis für seine im Juni 2006 an der TU Kaiserslautern "mit Auszeichnung" abgeschlossene Dissertation "Prozesse des Rückhaltes und Umsatzes von Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen in Retentionsbodenfiltern zur Mischwasserbehandlung". Eine Belobigung ging an David Jérôme Dürrenmatt (geb. am 30. Oktober 1981) von der eawag, dem Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich. Dürrenmatt wurde für seine im Jahr 2007 an der ETH Zürich abgeschlossene Diplomarbeit "Berechnung des Verlaufs der Abwassertemperatur im Kanalisationsrohr" ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis im Rahmen der Landesverbandstagung Bayern und Bundestagung am 27. und 28. Oktober 2009 in Augsburg.

Der Karl-Imhoff-Preis soll der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten dienen, deren Themen dem Tätigkeitsbereich der DWA entsprechen. Er wurde von der damaligen Abwassertechnischen Vereinigung (ATV) im Jahr 1956 in Würdigung der großen Verdienste des 1965 gestorbenen Essener Abwasserpioniers Dr.-Ing. Karl Imhoff gestiftet. Er gilt heute als Umweltpreis der DWA.

Ulrich Dittmer hat sich in seiner Arbeit mit der weitergehenden Behandlung von Mischwasserüberläufen aus konventionellen Regenüberlaufbecken befasst. Dazu hat er großtechnische Retentionsbodenfilter untersucht. Retentionsbodenfilter sind Filteranlagen, die über dem Bodenfilter einen Speicherraum enthalten. Sie werden häufig zur Reinigung von Mischwasserüberläufen aus Regenentlastungsbauwerken sowie von stark belasteten Niederschlagsabflüssen eingesetzt. Nach im September 2009 veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts waren 2007 in Deutschland 23 772 Regenüberlaufbecken mit einem Gesamtvolumen von über 15 Millionen Kubikmeter Speichervolumen in Betrieb. Dittmers Ergebnisse belegen, dass die Wirkung dieser Retentionsbodenfilter zur Entfernung von Ammonium auf einem zweistufigen Prozess beruht. Ammonium (NH4+) kann im Gewässer für Fische giftiges Ammoniak bilden; außerdem kann es zur Eutrophierung von Gewässern beitragen, sodass seiner Entfernung aus Abwässern in der Wasserwirtschaft großes Augenmerk geschenkt wird. Organische Kohlenstoffverbindungen zeigen nach Dittmers Untersuchungen ein komplizierteres Verhalten. Doch konnte auf Grundlage der experimentellen Daten ein einfaches Modell für die Abbauprozesse in der Filterpassage entwickelt werden, mit dem sich die Emissionen aus Retentionsbodenfiltern prognostizieren lassen.

Der in Coburg geborene Ulrich Dittmer studierte Bauingenieurwesen an der TU Kaiserlautern, wo er am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft unter Leitung von Prof. Theo G. Schmitt auch promovierte. Danach war er Leiter der Abteilung Stadthydrologische Messungen bei der Nivus GmbH (Eppingen). Seit August 2008 ist er Leiter des Arbeitsbereichs Siedlungsentwässerung am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Wasserrecycling der Universität Stuttgart.

David Jérôme Dürrenmatt hat mit seiner Diplomarbeit ein Werkzeug geschaffen, mit dem Anwender ohne spezielle Simulationssoftware den Temperaturverlauf in Kanalisationen modellieren können, nur basierend auf Microsoft Excel und einer minimalen Anzahl von Eingabedaten. Damit kann die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser optimiert werden. Dürrenmatt erhielt bereits in der Schweiz für seine Arbeit den Otto-Jaag-Gewässerschutzpreis, den Willi-Studer-Preis für den besten Diplomabschluss in Umweltingenieurwissenschaften der ETH Zürich sowie die ETH-Medaille. Der Belobigte arbeitet aktuell an der eawag an seiner Dissertation zum Thema "Data Mining and Visualization of WWTP Data".

Quelle und Kontaktadresse:
DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Pressestelle Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef Telefon: (02242) 8720, Telefax: (02242) 872135

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