Pressemitteilung | Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
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KaufplĂ€ne der Deutschen Bahn AG / VCD kritisiert die Übernahmeabsicht des Bahn-Konkurrenten Arriva durch die DB AG

(Berlin) - Heute (21. April 2010) wird der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG (DB AG) darĂŒber entscheiden, ob der Konzern rund 2,7 Milliarden Euro fĂŒr den Kauf des britischen Verkehrsunternehmens Arriva ausgeben soll. Dieses Geld hat die DB nicht in der Portokasse - ganz im Gegenteil: Sie muss es sich am Kapitalmarkt leihen, wodurch ihr ohnehin schon gewaltiger Schuldenberg von ĂŒber 15 Milliarden weiter anwĂ€chst. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. fordert die Deutsche Bahn auf, sich stĂ€rker auf die heimischen Strecken zu konzentrieren, anstatt verschuldete auslĂ€ndische Unternehmen zu ĂŒbernehmen. QualitĂ€tssicherung, die Sanierung der GĂŒterverkehrssparte und die Schuldenreduzierung mĂŒssten an erster Stelle stehen.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: "Schon jetzt ist die Schieneninfrastruktur in Deutschland deutlich unterfinanziert. Mit seiner sogenannten Streichliste hat Bahnchef Grube gegenĂŒber der Politik selbst die Alarmglocke gelĂ€utet. Die geplante Investition zeigt nun, dass die DB AG ihren Heimatmarkt selbst weiter vernachlĂ€ssigt. Es ist es ist ein echter Widerspruch, den eigenen Schuldenstand durch den Aufkauf von Arriva - und deren 900 Millionen Euro Schulden - in die Höhe zu treiben, wĂ€hrend man seit Jahren zu wenig in Erhalt und Ausbau des Schienennetzes investiert. Schon jetzt stĂ¶ĂŸt die Deutsche Bahn im SchienengĂŒterverkehr an ihre Grenzen und kann zusĂ€tzlichen Verkehr kaum bewĂ€ltigen."

Die Übernahme von Arriva durch die DB AG bedeute zudem eine BeschrĂ€nkung des Wettbewerbs im Schienenpersonennahverkehr. So tritt Arriva seit 2004 als Konkurrentin im Nahverkehr an. Das Unternehmen ist unter anderem an der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) beteiligt, die im vergangenen Jahr in Berlin-Brandenburg Ausschreibungen gegen die Deutsche Bahn gewann.

VCD-Bahnexpertin Heidi Tischmann: "Wenn sich die Konzentration im Anbietermarkt fortsetzt, ist der Ausschreibungswettbewerb im Nahverkehr durch die BundeslĂ€nder nur noch eingeschrĂ€nkt möglich. QualitĂ€tsverlust und ein eingeschrĂ€nkteres Angebot wĂ€ren die Folge - beides geht zu Lasten der FahrgĂ€ste. Denn gerade das Plus an Wettbewerb seit der Bahnreform hatte zuletzt dazu gefĂŒhrt, dass das Angebot im Schienenpersonennahverkehr um 17 Prozent ausgeweitet werden konnte und die Zahl der Passagiere um die HĂ€lfte stieg. Weitere Konzentrationen auf dem Schienenverkehrsmarkt sind da völlig kontraproduktiv. Hier liegt es am Bund und der EU, endlich ordentliche Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen zu schaffen."

Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband Pressestelle Rudi-Dutschke-Str.9, 10969 Berlin Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110

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