Keine ideologischen Scheuklappen beim "Dipl-Ing."! / Kempen: "Diplom-Ingenieur steht für Exzellenz 'made in Germany'"
(Bonn) - Der Deutsche Hochschulverband (DHV) unterstützt die Gesetzesinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern, nach der Absolventen von Masterstudiengängen auf Antrag auch die Bezeichnung "Dipl.-Ing." durch die Hochschulen vergeben werden darf. Der DHV, dem 25.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angehören, weist zugleich die Kritik der Arbeitgeberverbände und der IG Metall an den Plänen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Beibehaltung des akademischen Grades "Diplom-Ingenieur" zurück.
"Die Anfeindungen gegen den 'Dipl.-Ing.' sind weder politisch noch sachlich richtig", betonte DHV-Präsident Professor Dr. Bernhard Kempen. "Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer solchen Regelung kein Außenseiter, sondern gehört damit zur Avantgarde im Europäischen Hochschulraum." Kempen verwies darauf, dass der akademische Grad "Diplom-Ingenieur" sowohl in Sachsen als auch in Österreich verliehen werden könne. "Die Abschlussbezeichnung ,'Dipl-Ing.' ist allem gegenteiligen Gerede zum Trotz vollständig bolognakonform", so Kempen.
Der DHV-Präsident warf den Wirtschaftsverbänden vor, sich in der Debatte um den Grad "Diplom-Ingenieur" ideologisch verrannt zu haben. Einer aktuellen Umfrage von Handelsblatt und dem Unternehmerverband "Die Führungskräfte" zufolge befürworteten 84 Prozent der 513 befragten Top-Manager eine weitere Verwendung der akademischen Bezeichnung "Diplom-Ingenieur". "Mercedes-Chef Dieter Zetsche hat vollkommen Recht, wenn er festhält: 'Ein 'Dipl-Ing.' vor dem Namen ist wie ein Stern auf der Haube: Ein Markenzeichen von höchster Qualität", erklärte Kempen. Man frage sich angesichts solcher Wertungsdifferenzen, wer welche Interessen vertrete.
Statt mit öffentlichen Verlautbarungen Druck auf die Landtagsabgeordneten auszuüben, so Kempen weiter, sollten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände ihre ideologischen Scheuklappen ablegen und mit den unerlässlichen Reformen der Bologna-Reform beginnen. Dazu gehöre nach Ansicht des DHV auch die Möglichkeit, die Bezeichnung "Dipl-Ing." weiter verleihen zu dürfen: "Ich bin zuversichtlich, dass weitere Länder beim 'Diplom-Ingenieur' den Vorreitern Sachsen und Mecklenburg-Vorpommerns folgen werden", erklärte Kempen abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hochschulverband (DHV)
Pressestelle
Rheinallee 18, 53173 Bonn
Telefon: (0228) 9026666, Telefax: (0228) 9026680
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