Keine Schnellschüsse in der Debatte ums Pflegebudget
(Berlin) - In der Debatte um das Pflegebudget, die unter anderem von den Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) öffentlich ausgetragen wird, warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) vor Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“. Wer das Pflegebudget vorschnell infrage stellt, riskiert eine erneute Abwärtsspirale bei Personal- und Versorgungsqualität – mit direkten Folgen für die Patient:innensicherheit.
„Das Pflegebudget ist nicht das Problem, sondern ein Schutzmechanismus gegen den alten Reflex, an Pflege zu sparen. Reform ja – aber zielgerichtet: mit klarer Aufgabenabgrenzung, Transparenz und Qualitätsorientierung“, betont Vera Lux, Präsidentin des DBfK. Beispielsweise müssten pflegerische Aufgaben klar von pflegefremden Tätigkeiten, wie z. B. Service- und Reinigungsaufgaben, abgegrenzt werden, damit Missbrauch verhindert wird. Gleichzeitig ist klar: Jedes Finanzierungssystem kann Fehlanreize erzeugen – diese müssen korrigiert werden, aber sachlich und evidenzbasiert. Nötig sei ein Konzept, das Finanzierung, Personalbemessung und Qualitätsanforderungen endlich systematisch zusammenführt. „Genau diese Verbindung“, so Lux, „wurde bislang nicht hergestellt, dabei ist sie der zentrale Hebel für nachhaltige Pflegequalität im Krankenhaus.“
Nach wie vor wird die Profession Pflege primär als Kostenfaktor gesehen, ihr Impact auf die Sicherstellung der Versorgung jedoch nicht. Der DBfK weist zudem darauf hin, dass Kostenentwicklungen nicht ausschließlich dem Pflegebudget zugeschrieben werden dürfen. Tarifsteigerungen, höhere Komplexität von Tätigkeiten und Therapien, multimorbide Patient:innen, Krankenstände, Nachholeffekte nach Jahren des Personalabbaus und der Aufbau notwendiger Strukturen (z. B. Springer-Pools, höherqualifizierte Rollen) sind zentrale Treiber – und fachlich häufig Ausdruck notwendiger Verbesserungen. „In der derzeitigen Auseinandersetzung entsteht erneut der Eindruck, dass über die Pflege verhandelt wird, ohne die Profession systematisch einzubeziehen“, stellt Lux fest. Der DBfK fordert deshalb: Pflegeverbände, Pflegemanagement und Pflegefachpersonen müssen verbindlich an der Ausgestaltung beteiligt werden – nicht als Anhörung am Ende, sondern als mitgestaltende Instanz von Anfang an.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK), Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: 030 219157-0
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