Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Kinder fördern, nicht aussortieren! / BLLV-Präsident Wenzel fordert ein Ende fragwürdiger und kostenintensiver Wiederholer-, Sitzenbleiber und Schulabbrecherrituale / Quote leicht rückläufig

(München) - Die Kosten zur Aufrecherhaltung fragwürdiger Wiederholer-, Sitzenbleiber und Schulabbrecherrituale sind hoch - und sie konnten kaum gesenkt werden. Musste die Bayerische Staatsregierung im Schuljahr 2006/2007 rund 280 Millionen Euro dafür ausgeben, belaufen sich die Kosten für das vergangene Schuljahr 2007/2008 auf 270 Millionen Euro.

"Dieses Geld fehlt an anderer Stelle", betonte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel. Er bezeichnete die Maßnahmen als überholt: "Sie gehören der schul- und bildungspolitischen Steinzeit an und haben nichts mit moderner Pädagogik zu tun. Sie müssen endlich abgeschafft, das Geld für bessere Lern- und Arbeitsbedingungen an allen Schulen ausgegeben werden."

Auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die ihre Schule ohne den jeweils vorgesehenen Abschluss verlassen haben, ist mit 24,4 Prozent unverändert hoch geblieben. Insgesamt haben im Schuljahr 2007/2008 über 34.600 Schüler/innen das Klassenziel nicht erreicht, eine Klasse wiederholten rund 45.847. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 20.617 sog. "Pflichtwiederholern", die nicht versetzt wurden, 13.833 "freiwilligen Wiederholern" und 10.973 Schülern, die die Klassen wegen eines Schulartwechsels wiederholten. Im voran gegangenen Schuljahr belief sich die Zahl der nicht versetzten Schüler auf rund 36.400, die der Wiederholer insgesamt auf rund 49.200.

"Von einer deutlichen Absenkung der Quote oder einem Durchbruch kann hier nicht die Rede sein, zumal die Schülerzahlen insgesamt sinken", kommentierte Wenzel die Zahlen. "Das bayerische Schulsystem ist nicht `begabungsgerecht´, es basiert vielmehr auf rigoroser Auslese und verschlingt obendrein Millionen. Und dies, obwohl die internationalen Studien nachweisen, dass Klassenwiederholungen zu keinem nennenswerten Kompetenzzuwachs bei Schülerinnen und Schülern führen."

Der BLLV-Präsident forderte die Bayerische Staatsregierung auf, dieses Geld in neue Lehrerstellen zu investieren und endlich professionell vorbereitete und in einem breiten Konsens durchgeführte Reformen zu zulassen. "Wir brauchen eine Kehrtwende: Die rigorose Auslese muss abgelöst werden von einer intensiven Förderung. Nur dann werden mehr junge Menschen die Schule als leistungsstarke, lebensbejahende und kompetente Persönlichkeiten verlassen als bisher."

Quelle: Statistisches Landesamt Bayern, Statistische Berichte für die Schularten.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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