Kinder- und Jugendarztpraxen in Berlin bleiben geschlossen
(Köln) - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) begrüßt die Beteiligung des BVKJ-Landesverbands Berlin am bundesweiten Ärzte-Aktionstag der KVen am 10. Juni 2026. Der Großteil der Berliner Kinder- und Jugendarztpraxen wird am morgigen Mittwoch ihre Praxen nicht öffnen. Der Aktionstag ist eine Reaktion auf das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Jakob Maske, Bundespressesprecher und BVKJ-Landespressesprecher Berlin, erklärt: „Wir Kinder- und Jugendärzt*innen sind in großer Sorge über die zukünftige Versorgung von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt. Sollte das Gesetz so umgesetzt werden, wie der Entwurf es vorsieht, werden wir nicht mehr alle notwendigen Vorsorgen und Impfungen durchführen können. Dies widerspricht dem Präventionsgedanken und damit der Vorsorge vor schweren Erkrankungen im weiteren Leben unserer Kinder und Jugendlichen massiv.“
Vorsorgen und Impfungen sollen laut dem Entwurf in Zukunft gedeckelt, also nur noch eingeschränkt angeboten werden können. Auch soll es eine sogenannte „Fixkostendegression“ geben. Das bedeutet, dass bei steigenden Patientenzahlen die zusätzlichen Leistungen in Zukunft nicht mehr vollständig bezahlt werden sollen. Bei einer ohnehin schon immer schlechter werdenden Versorgungssituation in Berlin durch Praxenschließung und fehlende Nachbesetzung wird dadurch die Versorgung noch mehr eingeschränkt. „Kein Kinder- und Jugendarzt kann es sich leisten, seine Leistung zum Dumping-Preis anzubieten. Wir werden eine große Umstrukturierung von Praxen erleben. Die Regelversorgung wird eingeschränkt werden und die Versorgung wird sich verschlechtern!“, so Maske beunruhigt.
Der BVKJ-Landesverband Berlin fordert daher:
• Keine Deckelung von Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter! Aufnahme von Impfungen und Kinder- und Jugendvorsorgen in die Ausnahmeliste in § 87 d.
• Keine Rücknahme der Entbudgetierung von Haus- und Kinderärzt*innen durch die Hintertür! Keine Abstaffelung durch „Fixkostendegression“ bei steigenden Fallzahlen.
Sollte das jetzt im parlamentarischen Verfahren befindliche Gesetz nicht geändert werden, wird es auch in allen anderen Bundesländern in den nächsten Wochen und Monaten zu intensiven Protestaktionen kommen.
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ), Jakob Maske, Pressesprecher(in), Mielenforster Str. 2, 51069 Köln, Telefon: 0221 689090
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