Kinderschutzbund zur Expertenempfehlung: Jetzt schnell ins Handeln kommen!
(Berlin) - Der Kinderschutzbund Bundesverband begrüßt die gestern veröffentlichten Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Unter dem Titel „ENTWICKLUNG STÄRKEN, VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN“ stellt sie die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt und verbinden Schutz, Teilhabe und Befähigung in einem ausgewogenen Ansatz.
„Es ist wichtig, dass wir den Schutz von Kindern und Jugendlichen stärken und sie vor gewalttätigen Inhalten und sexualisierter Gewalt im Netz ebenso bewahren wie vor Risiken, durch die sie ein Suchtverhalten entwickeln. Kinder und Jugendliche haben aber auch ein Recht auf möglichst sichere Teilhabe im digitalen Raum und müssen dafür befähigt werden. Ich bin dankbar, dass hier nicht das eine gegen das andere ausgespielt wird“, sagt der Vizepräsident des Kinderschutzbunds Joachim Türk.
Der Kinderschutzbund begrüßt, dass die Kommission beim Thema Schutz nicht auf pauschale Ausschlüsse von Kindern und Jugendlichen setzt, sondern differenzierte Vorschläge macht, etwa dienst- und funktionsspezifische Beschränkungen nach Risikobewertung vorschlägt. Überfällig erscheint die Empfehlung an die Politik, Anbieter und Plattformen dafür verbindlicher in die Pflicht zu nehmen.
„Wichtig sind jetzt wirksame und datenschutzkonforme Altersbestimmungen. Außerdem müssen Betreiber sichere Voreinstellungen gewährleisten, das heißt suchtverstärkende und manipulative Funktionen müssen verboten werden und vor personalisierter Werbung müssen junge Menschen geschützt werden“, fordert Joachim Türk und führt fort: „Die vorgeschlagene bundeseinheitliche Anzeige- und Meldestelle entspricht unseren Forderungen und sollte zeitnah und v.a. altersgerecht umgesetzt werden.“
Der Kinderschutzbund freut sich besonders darüber, dass die Kommission die Künstliche Intelligenz als zentrales Thema aufgegriffen hat. Joachim Türk: „Die Befähigung von Kindern mit Blick auf KI-bezogene Nutzungsrisiken ist essenziell. Pauschale Tabus werden auch hier den Herausforderungen nicht gerecht. Daher freuen wir uns über Ideen wie das ,KI-Seepferdchen‘ sowie über die sofortige Altersgrenze von 13 Jahren für die Nutzung von AI Companions, die in jungen Jahren u.a. große Schäden in der Gestaltung von Beziehungen anrichten können.“
Der Kinderschutzbund fordert nun, plakative Debatten zu beenden und sich daran zu machen, die Handlungsempfehlungen zu Schutz, Befähigung und Teilhabe im digitalen Raum schnell umzusetzen. Vor allem in Zeiten knapper Mittel müssen Parallelstrukturen abgebaut und Zuständigkeiten klar geregelt werden, damit alle Verantwortlichen jetzt ins Handeln kommen.
Quelle und Kontaktadresse:
Der Kinderschutzbund Bundesverband e.V., Juliane Wlodarczak, Pressesprecher(in), Kalckreuthstr. 4, 10777 Berlin, Telefon: 030 214809-0
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