Kirchenumnutzung: Gemeinsam den Auftrag wahrnehmen
(Berlin/Essen) – Kirche und Diakonie sollten bei den Überlegungen zur künftigen Verwendung von kirchlichen Gebäuden stärker zusammenarbeiten. Dazu appellierten Referentinnen und Referenten bei einem gemeinsamen Fachtag in Essen, der vom Bundesverband diakonischer Einrichtungsträger V3D, der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi) und der Evangelischen Bank veranstaltet wurde. Schätzungen zufolge stehen bis 2060 fast 17.000 katholische und evangelische Gotteshäuser zur Disposition. Hinzu kommen zigtausende weitere kirchliche Immobilien.
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, bezeichnete die diakonische Kirchennutzung als „einen Schlüssel für das Zusammenleben von Kirche und Diakonie vor Ort“. Ein „Nebeneinanderherlaufen“ könne man sich heute nicht mehr leisten. Bevor man sich über einen Verkauf Gedanken mache, sollten alternative Nutzungskonzepte bedacht werden. Der Vorstand der Dachstiftung Diakonie und Vorstandsmitglied des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), Hans-Peter Daub, regte dafür die Verständigung auf einen gemeinsamen Auftrag und sodann die Gründung gemeinsamer gGmbHs von Kirche und Diakonie unter dem Dach von diakonischen Unternehmen an. Man werde gemeinsam handlungsfähig, wenn Kirche und Diakonie ihren Auftrag gemeinschaftlich umsetzten. Allerdings sollte man Gebäude nicht „um jeden Preis“ erhalten. Quersubventionen, die sich allein darauf fokussierten, andere kirchliche Gebäude zu finanzieren, seien eher kritisch zu sehen.
Fallbeispiele als Mutmacher
Die Vertreterinnen und Vertreter befassten sich auch mit konkreten Fallbeispielen, in denen kirchliche Immobilien umgenutzt werden: So errichtete das diakonische Unternehmen Mariaberg e. V. in Biberach auf dem Areal der evangelischen Bonhoeffergemeinde ein Wohngruppen-Gebäude für Menschen mit Behinderungen. Mit dem Verkaufserlös konnte die Gemeinde das angrenzende Gemeindehaus sanieren. Die Wohngruppen-Bewohner würden im gemeindlichen Miteinander „stets mitgedacht“, so Vorstand Lars Kehling. In Berlin-Johannisthal laufen mit Unterstützung der Evangelischen Bank die Planungen für den Bau von Studierendenwohnungen auf einem kirchlichen Grundstück. Inzwischen hat die Bank über ein Tochterunternehmen die Projektsteuerung übernommen. In Essen wurde eine denkmalgeschützte, entwidmete Kirche zu einem Seniorenwohnheim umgebaut.
Netzwerke stärken
Im Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf wurde vor vier Jahren ein Netzwerk aus kirchlichen und diakonischen Akteuren gegründet, mit dem Ziel das gemeinsame evangelische Profil zu stärken. Diese Form der Zusammenarbeit hält die Vorständin des Diakonissenhauses Teltow und VdDD-Vorstandsmitglied Gundula Grießmann auch für andere Regionen nachahmenswert, um eine gemeinsame Standortentwicklung voranzutreiben: „In jeder Region sollte eine verantwortliche Person benannt werden, die die Akteure aus Kirche und Diakonie koordiniert.“
Quelle und Kontaktadresse:
Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland e.V. (VdDD), Max Mälzer, Hauptgeschäftsführer(in), Invalidenstr. 29, 10115 Berlin, Telefon: 030 8847170-0
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