Kläranlagen-Leistungsvergleich erschienen / DWA-Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen 2008 beinhaltet erstmalig Stromverbrauchsdaten
(Hennef) - Der 21. Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) widmet sich unter anderem dem Stromverbrauch auf Kläranlagen, der zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerät. In erster Linie sollen Kläranlagen das Abwasser reinigen - eine Aufgabe, die sie sehr erfolgreich erfüllen: Die Ablaufwerte liegen im Mittel meist deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen. Der wirtschaftliche Betrieb ist ebenso ein wichtiges Thema. Aber Kläranlagen können auch einen Beitrag zum Energiesparen leisten.
Stromverbrauch im Fokus
Sowohl vor dem Hintergrund des Klimawandels als auch im Hinblick auf Kostenoptimierung gewinnen Fragen der Steigerung der Energieeffizienz auch bei Betreibern von Kläranlagen zunehmend Bedeutung. So werden seit mehreren Jahren in einigen DWA-Landesverbänden regelmäßig Stromverbrauchsdaten der kommunalen Klärwerke erhoben. Erstmalig beinhaltet der Bundesleistungsvergleich der DWA Ergebnisse dieser Erhebungen. Grundlage für den Vergleich bildet der mittlere spezifische jährliche Stromverbrauch pro Einwohnerwert (EW). Generell sinkt mit zunehmender Anlagengröße der spezifische Stromverbrauch von 75 auf 30 kWh/(EW × a). Der Vergleich mit den empfohlenen Toleranzwerten zeigt, dass hier Einsparpotenziale von über zehn Prozent vorhanden sind.
Kläranlagenleistung auf hohem Niveau
Die Jahresmittelwerte der Ablaufkonzentrationen für organische Schmutzstoffe, Stickstoff und Phosphor wurden statistisch ausgewertet und belegen, dass der Großteil der Anlagen deutlich besser ist, als die gesetzlichen Anforderungen verlangen. Auch kleinere Anlagen, für die noch keine Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor im Ablauf vorgeschrieben sind, weisen zum Teil erstaunlich gute Ablaufwerte auf. Stickstoff wird zum Beispiel in Stabilisierungsanlagen mit intermittierender Belüftung recht effizient eliminiert.
Auswertung nach Flussgebieten mit Bodensee
Wie im vergangenen Jahr enthält auch der diesjährige Leistungsvergleich Auswertungen nach Flussgebieten. Diese wurden aber erstmals um Ergebnisse der internationalen Bodensee-Nachbarschaft ergänzt. Sie umfasst die direkt in den Bodensee einleitenden Kläranlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Eliminationsleistung der betreffenden Kläranlagen bezogen auf die organischen Schmutzstoffe liegt im Vergleich am höchsten. Die höchsten Abbaugrade für Stickstoff werden im Flussgebiet Oder mit 91 Prozent erreicht. Die geringsten Werte weist die Bodensee-Nachbarschaft auf, da die Stickstoffelimination nicht in allen Anrainerstaaten des Bodensees gesetzlich vorgeschrieben ist. Sie liegt bei rund 70 Prozent gegenüber 82 Prozent in den deutschen Nachbarschaften. Nur die Flussgebiete Rhein und Donau bleiben knapp unter 80 Prozent, alle anderen erreichen höhere Werte. Im Fall des Phosphors ist bemerkenswert, dass im Raum Bodensee die niedrigsten Ablaufkonzentrationen erzielt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
Pressestelle
Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef
Telefon: (02242) 8720, Telefax: (02242) 872135
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