Pressemitteilung | Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV)
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Klasse statt Masse: DAV gegen Blitzer-Marathon

(Berlin) - Eine Woche lang setzen mehrere europäische Länder während der „Speedweek“ auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen. Die Aktion soll für mehr Verkehrssicherheit sorgen, doch der Deutsche Anwaltverein (DAV) kritisiert, dass eine echte Auseinandersetzung ausbleibt.

Im April und August finden jährlich sogenannte Blitzer-Marathons statt. Im Rahmen der europäischen „Speedweek“ vom 13. bis 19. April setzen fast alle Bundesländer auf verstärkte Radarkontrollen. Auch andere europäische Länder wie Tschechien und Kroatien beteiligen sich. Der DAV zweifelt an der Nachhaltigkeit solcher Aktionen.

„Wer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte seine Geschwindigkeit jederzeit und nicht nur in zwei Wochen im Jahr an den Verkehr, die Umgebung und die Wetterlage anpassen“, sagt Rechtsanwältin Dr. Sylvia Ruge, Hauptgeschäftsführerin des DAV.

Blitzer-Marathon wirkt nur kurzzeitig

Nicht nur die Aktion selbst ist kritikwürdig, auch die üblichen Standorte der Blitzer: Kontrolliert wird nämlich meistens dort, wo erhöhte Geschwindigkeit am einfachsten möglich ist – nicht dort, wo sie besonders gefährlich ist: „Vor Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen ergeben Blitzer durchaus Sinn“, sagt DAV-Hauptgeschäftsführerin Ruge. „Es sollte schließlich um eine nachhaltige Vermittlung von Sicherheitsaspekten gehen, bestenfalls um ein Umdenken bei Geschwindigkeits-Fans, und nicht nur um ein Klingeln in den kommunalen Kassen.“

Sensibilisierung und Prävention würden weitaus effektiver wirken. Rücksicht sollte im Straßenverkehr zu jeder Zeit – nicht nur während PR-Aktionen – das höchste Gebot sein.

„Goldener Blitzer“ 2024 ging erneut an Hamburg

Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im DAV kürt jedes Jahr den „Goldenen Blitzer“. Dabei werden die Gesamteinnahmen durch Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße aus verschiedenen deutschen Städten verglichen. 2024 ging der Preis erneut an Hamburg. Die Hansestadt nahm 2024 mehr als 47 Millionen Euro durch Blitzer ein.

Insgesamt wurden 25 Städte 2024 zu „Blitzermillionären“, darunter Hamburg, Chemnitz (7,3 Mio.) auf Platz 2, gefolgt von Frankfurt am Main (6,58 Mio.), Mönchengladbach (5,7 Mio.) und Pforzheim (5,4 Mio.). Eine aktuelle Umfrage für 2025 ist in Vorbereitung.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV), Littenstr. 11, 10179 Berlin, Telefon: 030 7261520

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