Koalitionsvertrag legt Terrorbekämpfung an die Kette
(Berlin) - Als ein "Stück aus dem Tollhaus" hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, die Absicht der neuen Regierungskoalition bezeichnet, den Bundesbehörden den Zugriff auf Telekommunikations-Verbindungsdaten zu verbieten. Freiberg: "Das Bundeskriminalamt wird ausgerechnet inmitten der höchsten Gefährdungslage durch den Terrorismus an die Kette gelegt. Das ist mehr als unverantwortlich. Das Signal an terroristische Zellen lautet: Ihr könnt bedenkenlos Absprachen treffen und Anschläge planen, wir müssen euch in Ruhe lassen."
Innerhalb der Polizei, so Freiberg, habe die jetzt bekannt gewordene Passage aus dem Koalitionsvertrag Fassungslosigkeit ausgelöst. Danach soll der Zugriff der Bundesbehörden auf die gespeicherten Verbindungsdaten der Telekommunikationsunternehmen mit Ausnahme von Zugriffen zur Abwehr einer konkreten Gefahr für Leib, Leben und Freiheit ausgesetzt werden, bis das Bundesverfassungsgericht über die Verfassungsmäßigkeit der Vorratsdatenspeicherung entschieden hat.
Sollte sich ein Anschlag ereignen, so Freiberg, sei der Polizei ein Instrument aus der Hand geschlagen, Täterbezüge herzustellen und weitere Planungen zu durchkreuzen. Das gleiche gelte für die Organisierte Kriminalität. Freiberg: "In der Aufholjagd gegen die technisch wesentlich besser gerüstete Internationale Schwerkriminalität wird die Polizei um Längen zurückgeworfen." Damit erhalte die Polizei in Deutschland die "Rote Laterne", da der Zugriff auf Verbindungsdaten internationale Praxis der Ermittler sei.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft der Polizei - Bundesgeschäftsstelle (GdP)
Rüdiger Holecek, Pressesprecher
Stromstr. 4, 10555 Berlin
Telefon: (030) 3999210, Telefax: (030) 399921200
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- GdP mit dringendem Appell an Innenministerkonferenz und Bundesregierung / Malchow: Politik muss unverzüglich klares Signal für besseren Schutz von Polizisten senden
- GdP-Vize Radek fordert massive Investitionen und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Asylbewerbern
- GdP zu neuem Gesetzentwurf für Vorratsdatenspeicherung / Radek: Polizeiliche Praxis muss Maßstab sein
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

