Pressemitteilung | (VENRO) Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.
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Kommentierung der ODA-Zahlen 2025: „Deutschland sollte vorangehen“

(Berlin) - Gestern veröffentlichte die OECD die vorläufigen Zahlen zu den öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) für das Jahr 2025. Die Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe ist weiter rückläufig. Deutschlands ODA-Quote sank auf 0,56 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Weltweit brach die Finanzierung sogar um 23,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Es brauche dringend eine Kurskorrektur, sagt VENRO, der Verband der Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe.

„Die Zahlen der OECD reflektieren die zunehmend dramatische Unterfinanzierung der internationalen Zusammenarbeit: So sanken die Ausgaben für humanitäre Hilfe in 2025 um 35,8 Prozent. Insgesamt flossen nur noch 174,3 Milliarden US-Dollar an ODA-Mitteln weltweit. Deutschlands ODA-Quote sank mit 0,56 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2015. Damit liegt Deutschland zwar über dem von VENRO prognostizierten Wert, jedoch weit unter der Selbstverpflichtung von 0,7 Prozent.

„Wir sehen aktuell eine radikale Verschiebung im internationalen System, weg von Multilateralismus und Kooperation, hin zu Nationalismus“, kommentiert Michael Herbst, Vorstand beim Verband Entwicklungspolitik und humanitärer Hilfe VENRO, die Entwicklung. „Die reichsten Länder der Welt agieren zunehmend nationalistisch und ignorieren ihre globale Verantwortung. Das krasseste Beispiel war die Abwicklung von USAID im vergangenen Jahr. Aber auch in Europa sehen wir diese Tendenzen immer stärker“, so Herbst. Die OECD-Zahlen bestätigen diesen Trend.

Dabei nütze diese Strategie am Ende niemandem: „Es muss allen klar sein, dass wir die riesigen Herausforderungen unserer Zeit so nicht bewältigen können“, sagt Michael Herbst. „Die Klimakrise, aber auch Armut, Hunger oder Bildungsungerechtigkeit werden wir mit dieser Strategie nicht in den Griff bekommen.“ Es brauche stattdessen gemeinsame Anstrengungen und die Einhaltung von Selbstverpflichtungen. „Nur wenn wir hier global eine Kurskorrektur hinbekommen, fliegt uns der Laden in den nächsten Jahren nicht um die Ohren“, glaubt Michael Herbst. „Deutschland sollte dabei vorangehen und die ODA-Quote tatsächlich einhalten, statt nur darüber zu sprechen.“.

Quelle und Kontaktadresse:
(VENRO) Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V., Dominik Drießen, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stresemannstr. 72, 10963 Berlin, Telefon: 030 2639299-10

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