Pressemitteilung | Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
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Konjunktur nimmt Fahrt auf

(Stuttgart) - Die konjunkturelle Entwicklung im baden-württembergischen Handwerk nimmt Fahrt auf. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle: „In fast allen Branchen geht es langsam aber sicher aufwärts.“ Der saisonal übliche Einbruch sei im letzten Quartal 2005 weitgehend ausgeblieben.

Dies ist das Ergebnis der vierteljährlichen Telefonumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) unter 1.000 repräsentativ ausgewählten Handwerksbetrieben. Der BWHT-Konjunkturindikator, der das Geschäftsklima im Handwerk widerspiegelt, stieg auf 33 Indexpunkte und lag somit zwölf Punkte über dem Vorjahresquartal. Grundlage für die positive Gesamtstimmung seien der gestiegene Umsatz und eine verbesserte Auftragslage, sagte Möhrle. Lediglich 18 Prozent der Betriebe meldeten ein Umsatzminus, während doppelt so viele ein Plus gegenüber dem Vorquartal verbuchten.

Die verstärkte Konjunkturerholung basiert weiterhin auf dem anhaltenden Exportboom. Im Metallgewerbe haben vor allem die handwerklichen Zulieferer und die baunahen Betriebe von der prosperierenden Exportwirtschaft und dem Plus im Bau- und Ausbaubereich profitiert und waren somit treibende Kraft beim positiven Gesamtergebnis. Überdurchschnittliche Zuwachsraten weist auch das Kfz-Handwerk mit 20 Punkten auf. Gestiegene Neuzulassungszahlen sowie eine Belebung des Werkstattgeschäftes führten hier zu dem positiven Ergebnis. Der Aufwärtstrend wird aber zunehmend auch von einer stabiler werdenden Binnennachfrage mitgetragen. So erhöhten sich in der zweiten Jahreshälfte die Baugenehmigungen im Wohn- und Nichtwohnbau, das realisierte Neubauvolumen stieg wieder leicht an. Stärker noch als im Bauhauptgewerbe waren die Steigerungen im Ausbauhandwerk.

Der Auftragsbestand stieg in allen Handwerksbereichen an und erreichte einen um neun Punkte höheren Wert als im Winter 2004. Sowohl der durchschnittliche Auftragsbestand als auch die Betriebsauslastung lagen damit auf dem Niveau des langfristigen Mittels.

Auch wenn die Prognose für die Geschäftslage im 1. Quartal 2006 saisonüblich eher verhalten ausfällt, so fällt sie doch mit einem Plus von 17 Punkten deutlich besser aus als im Vorjahr. Vor allem das Ausbau- und Metallgewerbe rechnet mit einer weiter verbesserten Geschäftslage, wohingegen das Bau- und das Nahrungsmittelgewerbe von einer verschlechterten wirtschaftlichen Lage ausgehen.

Möhrle rechnet für 2006 mit einer weiteren Verbesserung der Konjunkturlage. Jedoch werde der Aufschwung nicht für eine positive Entwicklung des handwerklichen Arbeitsmarktes ausreichen. Er gehe davon aus, dass viele Privathaushalte mit Blick auf die für 2007 angekündigte Mehrwertsteuererhöhung notwendige Reparaturarbeiten vorziehen werden. Mittelfristig bleibe deshalb abzuwarten, ob sich die Konjunktur soweit stabilisiere, dass die 2007 zu erwartenden Auftragsrückgänge ausgeglichen werden können. Steuerbonus auf Handwerksleistungen und energetische Gebäudesanierung als Maßnahmen des Wachstumspakets der Bundesregierung böten dem Handwerk die Chance auf mehr Aufträge. Damit die Konjunktur aber dauerhaft anziehe, müssten Betriebe und Bürger durch strukturelle Reformen bei Steuern, Sozialversicherungen und Arbeitsmarkt entlastet werden. Dann erst wieder sei Wachstum auf festem Fundament möglich: „Und das ist dann auch die Basis für mehr Beschäftigung.“

Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT) Pressestelle Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100

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