Konjunkturbarometer Tourismus: Kurzfristig schöne Aussichten!
(Berlin) - Schöne Aussichten mindestens auf kurze Sicht: Das ist das Ergebnis der DIHK-Tourismusumfrage im Sommer 2006, basierend auf 6.000 Unternehmensantworten. Zweimal pro Jahr erfasst die IHK-Organisation so die konjunkturelle Lage von Gastgewerbe und Reisewirtschaft.
Geschäftsaussichten: Sonnig! Die freundlichen Vorhersagen für den Tourismus weltweit machen sich auf dem deutschen Markt bemerkbar. Nach einem guten Winter mit 600.000 mehr ausländischen Gästen als im Vorjahr und mit Hochbetrieb in den Städten, steht auch der Sommer 2006 unter positiven Vorzeichen. Die Umfrage zeigt: Im Gastgewerbe rechnen 29 Prozent der Betriebe mit besseren und 48 Prozent mit gleich bleibenden Geschäften. Damit haben sich die Erwartungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Bei Reisebüros und -veranstaltern ist die Stimmung ebenfalls gut. Auch die Busbetriebe machen einen großen Sprung auf der Konjunkturleiter und verbessern im Saldo ihre Geschäftserwartungen um 12 Prozentpunkte.
Wölkchen am Konjunkturhimmel: Auf die guten Aussichten fällt aber der eine oder andere Schatten. So hat sich bei über 50 Prozent der Unternehmen die Ertragslage verschlechtert. Hohe Energiekosten im Winter und der harte Preiswettbewerb lassen nur wenig Spielraum, die Margen zu verbessern. Die schwierige wirtschaftliche Lage im Osten Deutschlands lässt bei den dort ansässigen Tourismusbetrieben noch kein richtig gutes Hoch aufziehen. Dort erwarten nur 26 Prozent eine bessere Geschäftslage, während es in Westdeutschland 31 Prozent sind.
Gute Erwartungen = mehr Arbeit und Investitionen? Ein langfristig positiver Trend in der Branche ist noch nicht gesichert: Zwar entwickeln sich die Kennziffern für Investition und Beschäftigung positiv, aber schwächer, als die guten Geschäftsaussichten es vermuten lassen. Unsicherheit über die richtige Wetterlage im Sommer und die noch ungewisse Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen lassen die Branche bei Neueinstellungen und Ausgaben für Modernisierung und Produktinnovationen weiter vorsichtig agieren.
Fast 10 Prozent Anteil der Wertschöpfung, knapp vier Millionen Arbeitsplätze und über 100.000 Ausbildungsplätze, hängen in Deutschland am Tourismus Tendenz steigend. Damit das so bleibt, sind aus Sicht des DIHK nahezu alle Politikebenen und -felder gefragt:
- Versorgung der Tourismusbetriebe mit Breitbandanbindungen: Ein Tagungshotel ohne DSL kann heute nicht überleben. Kommunale Entscheidungsträger müssen auch die Telekommunikationsinfrastruktur als Standortfaktor erkennen.
- Bezahlbarkeit von Mobilität: Tourismus lebt davon, dass Menschen sich an andere Orte bewegen. Deswegen müssen Tourismusregionen auch im ländlichen Raum zu vertretbaren Kosten erreichbar bleiben. PKW-Maut oder weiterer Abbau von Bahnverbindungen im ländlichen Raum sind hierzu kontraproduktiv.
- Rahmenbedingungen für Gaststätten: Die Föderalismusreform gibt das Gaststättengesetz und damit die Entscheidung über die Erlaubnis zum Betreiben eines gastronomischen Betriebes in die Hände der Länder. Hier müssen nicht nachvollziehbare unterschiedliche Regelungen vermieden werden.
- Abbau von Kirchturmdenken auf der kommunalen Ebene: Gäste denken nicht in Verwaltungseinheiten. Regionale Kooperationen sind wichtig für das Wachstum des Deutschlandtourismus. Die IHKs spielen hier eine aktive Rolle und unterstützen eine übergreifende regionale Tourismusentwicklung.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel, Pressesprecherin
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000
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