Kopfpauschale ist "sozial ungerecht und einseitig"
(Frankfurt am Main) - Die IG Metall hat die von Bert RĂŒrup geforderte modifizierte Kopfpauschale im Gesundheitswesen als sozial ungerecht abgelehnt, weil sie die Arbeitnehmer einseitig belastet. "Wir wenden uns vehement dagegen, dass die Kosten des medizinisch-technischen Fortschritts allein auf die Schultern der Arbeitnehmer abgewĂ€lzt werden", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Kirsten Rölke am 15. Juli in Frankfurt. "Eine Kopfpauschale fĂŒhrt auch in modifizierter Form dazu, dass die Arbeitgeber aus ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung entlassen werden."
Die Diskussion ĂŒber Reformen im Gesundheitswesen darf nach Ăberzeugung der IG Metall nicht auf die Frage des Finanzierungsweges verkĂŒrzt werden. "Die Debatte muss auch ĂŒber notwendige QualitĂ€tsverbesserungen und eine Steigerung der Effizienz gefĂŒhrt werden", sagte Rölke. "Die Ăberlegungen von RĂŒrup geben darauf keine ausreichende Antwort." Eine Reform des Gesundheitswesens dĂŒrfe nicht zu einer Zwei-Klassen-Medizin fĂŒhren. Die Akzeptanz des Gesundheitssystems könne nur erhalten werden, wenn die Menschen das GefĂŒhl haben, es gehe gerecht zu. Eine Kopfpauschale, auch in der von RĂŒrup modifizierten Version, verstoĂe gegen dieses Ziel, sagte Rölke. Die Sozialpolitikerin warnte davor, die Arbeitgeber aus ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung zu entlassen. "Mit einer Kopfpauschale wĂŒrde das Interesse der Arbeitgeber an gesundheitsfördernden MaĂnahmen am Arbeitsplatz gegen Null gehen." Auch die Notwendigkeit, durch PrĂ€ventionsmaĂnahmen die Kosten zu reduzieren und die Möglichkeiten der gesundheitlichen Vorsorge zu nutzen, scheinen in den Ăberlegungen von RĂŒrup keine Rolle zu spielen, bemĂ€ngelte die IG Metall.
Skeptisch Ă€uĂerte sich die IG Metall auch zu den von RĂŒrup ins Spiel gebrachten VorschlĂ€gen, die Unterfinanzierung durch die Kopfpauschale durch Steuererhöhungen auszugleichen. "Die FinanzierungslĂŒcke, die die Kopfpauschale aufreiĂt, etwa durch einen Mehrwertsteuererhöhung zu schlieĂen, ist der falsche Weg", sagte Rölke. "Das fĂŒhrt wieder zu Mehrbelastungen fĂŒr diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können." Die IG Metall halte es dagegen fĂŒr notwendig, die Ăberlegungen zu einer solidarischen BĂŒrgerversicherung zu konkretisieren und weiterzuentwickeln, bei der auch Beamte und SelbstĂ€ndige einbezogen wĂŒrden.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM)
Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt
Telefon: 069/6693-0, Telefax: 069/6693-2843
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