Pressemitteilung | Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg: Motor läuft nicht rund

(Stuttgart) - Eine Bilanz mit „Licht und Schatten“ hat der Präsident des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, Otto Hahn, bei der Delegiertenversammlung seines Verbandes in Biberach/Riss vorlegt. Der Fahrzeugmarkt in Baden-Württemberg lahmt und „ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben“. Insgesamt wurden 2005 im Südwesten 499.649 fabrikneue Fahrzeuge zugelassen. Das waren 4.926 oder ein Prozent weniger als 2004. Bei den Pkw gab es ein Minus von 0,3 Prozent auf 442.203 Neuzulassungen, bei den Krafträdern sogar ein Minus von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lediglich der Nutzfahrzeugmarkt konnte ein Plus von 2,6 Prozent verzeichnen. Bei den Besitzumschreibungen von Kraftfahrzeugen gab es einen leichten Anstieg um 0,9 Prozent. Hahn: „Insgesamt verharrt auch der Gebrauchtwagenmarkt auf einem weiterhin unbefriedigenden Niveau“.

Als stabile Ertragssäule hat sich einmal mehr der Service erwiesen. Mit einem Plus von 5,6 Prozent konnten die Verluste des Autojahres 2004 ausgeglichen werden. Hahn sieht die Ursachen für das positive Service-Ergebnis vor allem im gestiegenen Fahrzeugalter und einem höheren Wintergeschäft seit Ende Oktober 2005.
Keine guten Nachrichten konnte der Verbandspräsident erneut aus dem Tankstellengewerbe vermelden. Die Verschlechterung der Ertragslage der Tankstellen hat sich 2005 weiter fortgesetzt. Der Kraftstoffabsatz ist bedingt durch das steigende Preisniveau in Deutschland seit dem Jahr 2000 rückläufig. „Auf den stark gestiegenen Welt-Rohölpreis reagieren die Verbraucher mit einer deutlichen Verbrauchseinschränkung,“ so Hahn. Vor allem in den Grenzregionen von Baden-Württemberg werden durch den boomenden Tanktourismus die Existenzen vieler Tankstellenunternehmen zerstört.

Der Umsatz im Kraftfahrzeuggewerbe in Baden-Württemberg ist 2005 leicht auf rund 12,8 Milliarden Euro gestiegen. Geringfügig abgenommen hat dagegen die Zahl der Beschäftigten um 1,3 Prozent auf jetzt etwa 55.000 Mitarbeiter.

Eine erneut hervorragende Ausbildungsbilanz konnte Otto Hahn für das Jahr 2005 vermelden. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kraftfahrzeuggewerbe ging zwar leicht um 0,6 Prozent auf 3.490 zurück, die Gesamtzahl der Auszubildenden erhöhte sich dagegen um 4,0 Prozent auf 9.734. „Mobilität und Dynamik charakterisieren nicht nur das Produkt Automobil, sondern auch die Berufe und die beruflichen Aussichten im Verkauf und Service. Die Berufschancen im Kraftfahrzeuggewerbe sind gut und bieten hochmotivierten jungen Menschen eine hervorragende berufliche Perspektive“, betonte Hahn.

Scharf kritisierte der Verbandspräsident die immer weiter um sich greifende „Rabatittis“, welche die Ertragskraft und damit auch die Existenz vieler Betriebe gefährdet. „Wenn unsere Umsatzrenditen zwischen 0,5 und 0,8 Prozent liegen, dann ist das schon ein Trauerspiel. Der Autohandel, dessen größtes Problem die fehlende Rentabilität ist, braucht dringend eine stabile Basis für die Zukunftssicherung.“

Die Entwicklung der Branche für 2006 schätzt Hahn verhalten optimistisch ein. Das „Licht am Ende Tunnels“ basiert auf einem hoffnungsvollen Start ins neue Autojahr und dem wachsenden Ersatzbedarf wegen des mit 7,9 Jahren extrem hohen Fahrzeugalters im Bestand. Wachstumsimpulse könnten von einer weiteren Belebung der Binnenkonjunktur ausgehen sowie von zu erwartenden einmaligen Vorzieheffekten durch die für 2007 angekündigte Mehrwertsteuererhöhung. Gefahren für die Kauflust der Verbraucher sieht Hahn in der „andauernd hohen Arbeitslosigkeit, den hohen Öl- und Treibstoffpreisen sowie in den Debatten um die Verschärfung der Firmenwagenbesteuerung und der noch ungeklärten steuerlichen Förderung der Nachrüstung von Dieselrußpartikelfiltern.“

Als größter handwerklich orientierter Arbeitgeber- und Wirtschaftsfachverband in Baden-Württemberg vertritt der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg aktuell die Interessen von über 4.600 Betrieben (Autohäuser, Kfz-Meisterbetriebe, Tankstellen), in denen 55.000 Mitarbeiter beschäftigt sind und zusätzlich über 9.000 Lehrlinge ausgebildet werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg e.V. Pressestelle Motorstr. 1, 70499 Stuttgart Telefon: (0711) 8398630, Telefax: (0711) 83986320

(bl)

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