Pressemitteilung | BIO Deutschland e.V.
Anzeige

Krebs-Diagnostik verbessern und Erstattung von Liquid Biopsy ermöglichen

(Berlin) - Die sogenannte Liquid Biopsy oder Flüssigbiopsie ermöglicht Krebsdiagnostik aus Blutproben ohne schmerzhafte invasive Eingriffe. Trotzdem ist die Erstattung dieser Tests durch isolierte Abrechnungsziffern auf spezifische Anwendungen beschränkt. Diese starre Handhabung verhindert eine umfassende, leitliniengerechte molekulargenetische Diagnostik.

Der Biotechnologie-Industrieverband BIO Deutschland e. V. fordert daher in einem aktuellen Positionspapier, die Erstattungssituation im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) anzupassen, um so optimale Therapieempfehlungen für Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.

Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender des BIO Deutschland, sagt:

„Moderne Diagnostik ermöglicht es heute, Tumorveränderungen nicht nur in Gewebeproben, sondern oft auch im Blut zu erkennen. Die Erstattungssystematik im Einheitlichen Bewertungsmaßstab wird dieser medizinischen Realität bislang nicht gerecht. Während die Gewebediagnostik bereits flexible Ansätze erlaubt, ist die Liquid Biopsy weiterhin nur über einzelne, eng gefasste Ziffern abgebildet. Wir plädieren daher für eine indikationsoffene und methodenneutrale Erstattung der Flüssigbiopsie in der Regelversorgung. Unser Positionspapier macht konkrete Vorschläge zur Anpassung des EBM, damit Ärztinnen und Ärzte die Diagnostik am medizinischen Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichten können.“

Die Erstattung von Krebsdiagnosen erfolgt über sogenannte Einzelziffern im EBM, wobei jede Diagnostik ihre eigene Ziffer hat. Oft werden die Diagnosen relativ gering vergütet, was für die Testentwickler problematisch ist. Hinzu kommt, dass neue Angebote nicht im EBM abgebildet sind und es daher auch keine Erstattung dafür gibt.

Die Abrechnungsgrundlage der in-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen – welche essenziell für Diagnoseabsicherung, Prognoseabschätzung sowie Therapiefindung und -planung ist – ist in einem Abschnitt des EBM zusammengefasst. In der Präambel zu diesem Abschnitt wurde festgelegt, dass die dort beschriebene Diagnostik grundsätzlich nur für Verfahren in Tumor-Geweben und -Organen berechnungsfähig ist. Analysen freier Tumorbestandteile im Blutplasma sind hingegen – mit Ausnahme weniger, eng gefasster Einzelziffern – ausdrücklich von der Berechnung ausgeschlossen. Diese regulatorische Einschränkung führt zu einer Ungleichbehandlung von Patientinnen und Patienten, bei denen eine klassische Gewebebiopsie zu risikobehaftet ist oder der Eingriff nicht genug Material für eine qualitativ hochwertige Testung ergab. Ihnen könnte mit einer Flüssigbiopsie eine vergleichbare Diagnostik angeboten werden, die sie aber derzeit nicht erstattet bekommen würden.

Quelle und Kontaktadresse:
BIO Deutschland e.V., Claudia Englbrecht, Pressesprecher(in), Schützenstr. 6a, 10117 Berlin, Telefon: 030 2332164-30

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige